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Renzo Piano

Renzo Piano (*1937), italienischer Architekt. Durch seine innovativen Experimente mit Raumstrukturen und den Einsatz neuartiger Materialien im urbanen Raum etablierte er sich als einer der profiliertesten Architekten der Gegenwart.

Piano wurde am 14. September 1937 als Sohn eines Bauunternehmers in Genua geboren. Er studierte an der Polytechnischen Hochschule in Mailand und verbrachte später einige Zeit in England und den USA, wo er u. a. im Büro von Louis I. Kahn arbeitete. Das gemeinsam mit Richard Rogers entworfene Gebäude des Centre Pompidou in Paris (1971-1977) brachte Piano internationale Anerkennung und begründete seinen Ruf als bedeutender Repräsentant moderner, leicht und transparent wirkender Hightecharchitektur.

1980 gründete er den Renzo Piano Building Workshop (mit Büros in Genua und Paris) und arbeitete einige Jahre lang mit dem Ingenieur Peter Rice zusammen. Das Œuvre des produktiven Architekten, der bis zur Gegenwart in weit über 50 Ländern Bauwerke errichtet hat, umfasst Museen, Konzerthäuser und Kirchen ebenso wie Flughäfen, Verwaltungsbauten, Ladengeschäfte oder auch Brücken. Zu seinen spektakulären Großprojekten gehören das Menil Collection Museum in Houston (1981-1986), das Fußballstadion Bari in Italien (1988-1990), die Umgestaltung der Altstadt und des Hafengeländes von Genua (anlässlich der 500-Jahr-Feier der Amerika-Expedition des berühmten Sohnes der Stadt Christoph Kolumbus 1992), der Kansai International Airport in Japan (1994) sowie die Umgestaltung der ehemaligen Turiner Automobilfabrik Lingetto in ein Kunst- und Geschäftszentrum. 1996 erhielt Piano den Auftrag, acht der 17 Gebäude des neu zu gestaltenden Potsdamer Platzes in Berlin zu entwerfen; sein hier für die Daimler-Benz AG errichtetes debis-Center, dessen Terrakottafassaden sich über fünf Gebäudeblocks bzw. über 400 Meter erstrecken, trug neben Helmut Jahns Sony-Center erheblich zur neuen städtebaulichen Identität Berlins bei und gilt als Pianos komplexestes Projekt in Europa. Im Jahr der Eröffnung des neuen Potsdamer Platzes, 1998, erhielt Piano den international bedeutendsten Architekturpreis, den Pritzker-Preis.

Auch in der Folge realisierte Piano aufsehenerregende Projekte, wie das 2001 eingeweihte Maison Hermès in Tokyo. In Rom wurde 2002 nach einer Bauzeit von fast zehn Jahren der von Piano entworfene Musikpalast mit drei Konzerthallen eröffnet, Italiens größtes Auditorium. 2004 wurde die nach seinen Plänen errichtete Wallfahrtskirche Santa Maria delle Grazie im apulischen San Giovanni Rotondo eingeweiht, die zweitgrößte Kirche Italiens nach dem Petersdom. Gefeiert wurde Piano auch für das Berner Paul-Klee-Zentrum (2005), für den monumentalen Peek-&-Cloppenburg-Kaufhausneubau in Köln (2005), für den spektakulären Umbau der berühmten New Yorker Pierpont Morgan Library (2006) sowie für den Neubau des Verlagshauses der New York Times, einen 348 Meter hohen Wolkenkratzer in Manhattan (2007).