Desertifikation
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Desertifikation
1. Einleitung

Desertifikation, Entwicklung in ariden und semiariden Gebieten (siehe Klima), die eine Verschlechterung bzw. Degradierung des Bodens und dadurch auch eine Verringerung der Wasserressourcen verursacht, die dann insgesamt eine Ausbreitung oder Neuentstehung wüstenähnlicher Verhältnisse bedingt.

Ursache für die Desertifikation sind die Eingriffe des Menschen, die zu einer Übernutzung (z. B. Überweidung, Abholzung usw.) bestimmter Ökosysteme führen. Klimatisch bedingte Veränderungen können den Prozess der Desertifikation beschleunigen.

Der Begriff wurde erstmalig 1949 von einem französischen Förster in Westafrika eingeführt; er bezeichnete damit die langsam fortschreitende Ausdünnung der Wälder in den relativ feuchten Gebieten am Südrand der Sahara (Sahel), die schließlich zum völligen Verschwinden der Bäume und der Umwandlung der steppen- bzw. savannenartigen Umgebung in wüstenhafte Gebiete führte. Später wurde die Desertifikation als Prozess erkannt, der in Trockengebieten in der ganzen Welt auftritt; dieser umfasst die Erosion des Bodens durch Wasser und Wind, den langfristigen Verlust der Pflanzendecke und damit einhergehend die Abnahme der Artenvielfalt der Pflanzen – und in der Folge auch der Tiere – sowie die Versalzung des Bodens und seine zunehmende Unfruchtbarkeit.

Die Desertifikation war vermutlich das erste Umweltproblem, dessen weltweite Bedeutung erkannt wurde. 1977 führte diese Erkenntnis zur Einberufung einer Konferenz der Vereinten Nationen (UNO) über die Probleme der Desertifikation in Nairobi. Seitdem hat man mit dem United Nations Environment Programme (UNEP, UN-Umweltprogramm) versucht, durch Initiierung und Koordination globaler Maßnahmen den Folgen der Desertifikation entgegenzuwirken. Besonders drastisch trat die Problematik in der Sahelzone zutage, in der es – letztlich aufgrund der Desertifikation – immer wieder zu schweren Hungersnöten kam. Nach Schätzungen von Experten sind rund 40 Prozent der Landflächen der Erde von Desertifikation bedroht. Die Konvention der Vereinten Nationen zum Kampf gegen Wüstenbildung wurde bisher von 112 Staaten ratifiziert. Die Unterzeichner verpflichten sich, nationale Aktionsprogramme zu verabschieden.