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Labuan, kleine Insel, etwa zehn Kilometer vor der Nordwestküste Borneos (etwas nördlich von Brunei) gelegen, Bundesterritorium von Malaysia. Die Fläche der Insel beträgt etwa 91 Quadratkilometer; die Einwohnerzahl etwa 70 000. Hauptstadt von Labuan ist Victoria.
1846 trat der Sultan von Brunei die ehemalige Pirateninsel an Großbritannien ab. Labuan diente der britischen Royal Navy als Basis zur Bekämpfung der Seeräuberei in dieser Region. Ab 1848 war Labuan britische Kronkolonie, wurde aber von 1890 bis 1906 von Britisch-Nordborneo verwaltet. Anschließend gliederte man die Insel den so genannten Straits Settlements (heute Teil von Malaysia) ein. Nachdem die Japaner Labuan im 2. Weltkrieg besetzt und teilweise schwer zerstört hatten, wurde sie 1946 erneut Teil der britischen Kolonie Nordborneo, welche sich 1963 als Teil von Sabah dem Staatenbund Malaysia anschloss. 1984 trat Sabah die Insel an die malaysische Bundesregierung ab, die sie seitdem als Banken- und Finanzinsel ausbauen will.
Bis 1966 war Labuan während der Grenzstreitigkeiten mit Indonesien um den Grenzverlauf auf Borneo das Hauptquartier der Streitkräfte des Britischen Commonwealth. Nach wie vor spielt die Insel als Marinebasis eine strategisch wichtige Rolle für die malaysische Armee.
Ursprünglich war die Insel – in wirtschaftlicher Hinsicht – Umschlagplatz für den Handel aus Brunei, Nordsarawak und Westsabah. Auf Labuan werden Kokos- und Sagopalmen sowie Reis angebaut und es wird Kautschuk gewonnen. In den neunziger Jahren wurde durch gesetzliche Maßnahmen sowie durch die Schaffung der entsprechenden Infrastruktur versucht, das Bank- und Finanzwesen auf der Insel zu etablieren.