Südostasiatische Kunst und Kultur
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Südostasiatische Kunst und Kultur
4. Opfergaben in Birma und Kambodscha

In Birma werden die Opfergaben von Händlern entlang der Fußwege zur Pagode in kleinen Päckchen verkauft. Diese Päckchen, die in buntes Papier gewickelt sind, enthalten z. B. mehrere Miniaturschirme und ein kleines Stück Papier, auf das die Wochentage gedruckt sind.

In Birma hat die Woche acht Tage, wobei der Mittwoch zweigeteilt ist. Jedem Tag ist ein Tier zugeordnet, etwa eine Ratte oder ein Elefant. Beinahe jede Pagodenanlage hat acht Schreine, einen für jeden Tag, jeder mit einem Bild Buddhas und der Statue des entsprechenden Tieres. Die Gläubigen legen die Päckchen mit den Opfergaben an dem Schrein ab und gießen in der Regel etwas Wasser über den Buddha.

Häufig kaufen die Pilger in den Buden, die zur Pagode führen, auch eine kleine nat-Statue, die Figur eines bo-bo-gyi (wörtlich „großer Vater”) oder einen Buddha.

Der Besuch einer Pagode ist eine aktive Unternehmung, keine beschauliche Angelegenheit. An bestimmten Tagen werden Predigten gehalten, aber der Zyklus der Verehrung geht ununterbrochen weiter. Auch die Kunstobjekte der religiösen Alltagspraxis werden immer weiter produziert. Es gibt häufig Neuerungen, die sich meist auf die Materialien, nicht auf die Form der Gegenstände beziehen. Die meisten der billigeren Abbilder sind aus Holz und handgeschnitzt. Man verwendet leuchtende Acrylfarben, die dem lokalen Geschmack entsprechen. In den meisten Fällen hat sich die Form des kurzlebigen Gegenstands über die Jahrhunderte hinweg nicht verändert.

Das gilt auch für Kambodscha, wo zum privaten Akt der Anbetung die Darbringung von Opfern unbedingt dazugehört. In den kriegerischen Auseinandersetzungen der jüngsten Vergangenheit ist ein Großteil der Mönche umgekommen. Viele wats (Tempel) wurden zerstört. Während im buddhistischen Thailand und in Myanmar die Klöster weiterhin die kostbaren Reliquien und Bilder Buddhas beherbergen, sind die Tempel Kambodschas leergeräumt. Viele Gegenstände wurden von den Roten Khmer zerstört und zahllose andere an Sammler verkauft. Erst jetzt treten junge Männer wieder in die Klöster ein, und es wird für notwendige Reparaturen gespendet.