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Wechselkurs

Wechselkurs, auch Devisenkurs, der Kurs, zu dem eine Währung in eine andere umgetauscht werden kann.

Der Wechselkurs wird als Preis- oder als Mengennotierung angegeben. Die Preisnotierung bezeichnet den Preis einer ausländischen Währung in inländischer Währung (z. B. 0,80 Euro pro US-Dollar), die Mengennotierung den Preis der inländischen Währung in ausländischer Währung (und damit die Menge an ausländischer Währung, die man für eine inländische Währungseinheit erhält (z. B. 1,25 US-Dollar pro Euro).

Wechselkurse können fest oder flexibel sein. Feste Wechselkurse ergeben sich z. B. aus der Goldbindung von Währungen (siehe Goldwährung). Heute werden feste Wechselkurse durch An- und Verkäufe am Devisenmarkt seitens der Zentralbanken erreicht. Flexible Wechselkurse bilden sich, wenn die Politik auf die Festsetzung von Wechselkursen und Interventionen zu deren Durchsetzung verzichtet: Der Kurs einer Währung schwankt frei (Floating), er bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage. In der Praxis liegen oft Mischformen vor: Wechselkurssysteme (z. B. der Europäische Wechselkursmechanismus, siehe unten) können durchaus Schwankungen in einem gewissen Rahmen erlauben; andererseits kann sich auch bei einer frei schwankenden Währung die Zentralbank zu Interventionen genötigt sehen, wenn der Wechselkurs die ökonomisch wünschenswerte Bandbreite deutlich verlässt oder zu verlassen droht.

Die Fixierung von Wechselkursen kann durch gegenseitige (oft multilaterale) Abkommen beteiligter Staaten erfolgen, aber auch durch die einseitige Bindung einer Währung an eine andere (z. B. an den US-Dollar). Ein System fester Wechselkurse war die Weltwährungsordnung von Bretton Woods, die nach dem 2. Weltkrieg bis Anfang der siebziger Jahre die Kurse zwischen den Währungen der Mitgliedsländer des Internationalen Währungsfonds stabilisierte. Innerhalb der Europäischen Union wurde 1979 im Rahmen des Europäischen Währungssystems (EWS) der Europäische Wechselkurs vereinbart, der für die Währungen der Teilnehmerstaaten Wechselkurse bestimmte, aber begrenzte Schwankungsbreiten vorsah. Seit 1999 erfolgte im EWS II eine ähnlich anpassungsfähige Bindung einiger EU-Währungen an den Euro.

Für den internationalen Handel sind in der Regel feste Wechselkurse von Vorteil; sie erhöhen die Kalkulierbarkeit bei Importen und Exporten. Wechselkursschwankungen bedeuten vor allem bei Termingeschäften ein großes Währungsrisiko. Für ein deutsches Unternehmen etwa, das in den USA eine Maschine für eine Million US-Dollar erwirbt und Zahlung bei Lieferung vereinbart, kann sich dieser Import deutlich verteuern, wenn in der Zwischenzeit der Dollarkurs gegenüber dem Euro steigt. Eine Absicherung dieses Risikos durch ein Devisentermingeschäft ist zwar möglich, aber mit Kosten verbunden.