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Sutra (Sanskrit: Leitfaden), spekulativer oder religiöser Text des Hinduismus oder Buddhismus. Der Begriff entstand in der frühen indischen Philosophie, in der alles mündlich weitergegeben wurde, und daher für die Lehre und Diskussion eine knappe und aphoristische Formulierung der Gedanken erforderlich war. Im Buddhismus bezeichnete der Begriff Ausführungen zur Lehre, die häufig viel länger waren als die Hindu-Sutras. Viele von ihnen sollen die echten Reden Buddhas wiedergeben. Auch sie wurden anfangs mündlich überliefert. Die kanonische Sammlung der frühen buddhistischen Sutren ist im Tripitaka enthalten. Im Mahayana-Buddhismus wird der Begriff auch auf Lehrreden angewandt, die zumeist dem historischen Buddha zugeschrieben werden, obwohl sie erst Jahrhunderte nach seinem Tod zusammengestellt worden sind. Die buddhistische Sutra-Literatur ist, besonders im Mahayana, umfangreich: Die gängige Taisho-Ausgabe der chinesischen buddhistischen Texte, ursprünglich (1924-1928) in Japan herausgegeben, umfasst insgesamt 32 000 großformatige Seiten.