Spanischer Bürgerkrieg
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Spanischer Bürgerkrieg
2. Erste Phase

Unmittelbarer Auslöser des Bürgerkrieges war die Ermordung des konservativen Cortes-Abgeordneten José Calvo Sotelo am 13. Juli 1936. Am 17. Juli initiierte General Francisco Franco, gestützt auf die spanische Fremdenlegion und die maurischen Regulares sowie in Absprache mit spanischen Militärs, in Spanisch-Marokko den Aufstand gegen die Volksfrontregierung der Zweiten Republik. Beinahe zeitgleich brach der Aufstand gegen die Republik auch in Spanien selbst aus; aus Nordafrika wurden die Fremdenlegion und marokkanische Truppen mit Hilfe deutscher Flugzeuge nach Spanien gebracht. Die Aktion war die bis dahin größte Luftbrücke der Geschichte; ohne das deutsche Eingreifen wäre der Putsch vermutlich bereits in den ersten Tagen gescheitert. Ziel der Aufständischen war es, die gewählte Regierung zu beseitigen, die sozialen Reformen der Zweiten Republik rückgängig zu machen und weitergehende revolutionäre Bestrebungen gewaltsam zu unterdrücken. Auf Grund ihrer militärischen Überlegenheit konnten die Putschisten in den folgenden zwei Monaten weite Teile Spaniens unter ihre Kontrolle bringen: Unter den Generälen Gonzalo Queipo de Llano und Emilio Mola Vidal eroberten sie das westliche Andalusien, große Teile des Westens, Nordwestens und Nordens Spaniens, inklusive der strategisch wichtigen Städte Irún und San Sebastián, nicht aber das Baskenland, Santander und Asturien. Bereits am 24. Juli hatten die Aufständischen in Burgos eine Regierung eingerichtet, die am 1. Oktober 1936 Franco zu ihrem Staatsoberhaupt und zum Generalissimus der aufständischen Truppen ernannte. Franco begriff sein Vorgehen als Kreuzzug gegen den Kommunismus bzw. als Rettung der Nation vor revolutionären Umtrieben. Die (legitime) Volksfrontregierung stand unter Führung der Liberalen, die sich im Unterschied zu den Linkskräften gegen ein Ende der Kolonialherrschaft, gegen eine Arbeitslosenunterstützung und gegen eine Enteignung des Großgrundbesitzes aussprachen. Im Verlauf des Bürgerkrieges entstand eine Art „Doppelherrschaft” zwischen der Volksfrontregierung einerseits und revolutionären Kräften vor Ort andererseits, wobei die Regierung als gemäßigt-bremsendes Element in Erscheinung trat.

Seit Beginn des Bürgerkrieges erhielten die Aufständischen vom nationalsozialistischen Deutschland und vom faschistischen Italien, die im November 1936 die Regierung Franco offiziell anerkannten, massive militärische Unterstützung in Form von Truppen, u. a. der berüchtigten deutschen Legion Condor, und in Form von Kriegsgerät – Deutschland nutzte sein Eingreifen im Spanischen Bürgerkrieg u. a. zur Erprobung neuer Waffensysteme, vor allem seiner Kampfflugzeuge. Insgesamt waren rund 600 bis 700 deutsche Flugzeuge im Einsatz, die 21 Millionen Tonnen Bomben auf die republikanischen Truppen abwarfen. Rund 19 000 deutsche Soldaten wurden in Spanien eingesetzt; die deutsche Hilfe belief sich insgesamt auf etwa 500 Millionen Reichsmark. Das nationalsozialistische Deutschland sah im Spanischen Bürgerkrieg eine Gelegenheit, Marxisten zu bekämpfen und die Ausweitung des Kommunismus zu stoppen. Umgekehrt wurde es in den rechtsgerichteten Kreisen Spaniens als staatspolitisches Modell betrachtet. Die deutsch-italienische Zusammenarbeit in Spanien führte noch 1936 zur Errichtung der Achse Berlin-Rom.

Die Republik verteidigten, nachdem der Großteil der Armee zu den Aufständischen übergelaufen war, in der Anfangsphase des Krieges Milizen und durch Verteidigungskomitees organisierte Zivilisten; die Hauptlast trugen dabei die rund zwei Millionen Gewerkschafter der anarchistischen CNT (Confederación Nacional del Trabajo, Nationaler Bund der Arbeit) und der sozialistischen UGT (Unión General de Trabajadores, Allgemeine Union der Arbeiter). In der Folge baute die republikanische Regierung eine reguläre Armee auf, die unter dem Oberbefehl von General José Miaja Menant stand. Aus dem Ausland erhielt die Republik zunächst kaum direkte Unterstützung, obwohl vor allem Frankreich, die USA, Großbritannien und die UdSSR deutlich ihre Sympathie für die Republik bekundeten; lediglich die UdSSR belieferte ab Oktober 1936 die Republik mit Waffen und Panzern, die anderen Staaten bekannten sich zum Prinzip der Nichteinmischung. Auf Anregung französischer und belgischer Kommunisten entstanden die Freiwilligenverbände der Internationalen Brigaden, die die Republik entscheidend unterstützten.

Durch die sowjetischen Waffenlieferungen erlangten die moskautreuen spanischen Kommunisten (PCE) praktisch ein Monopol auf (neue) Waffen. Dadurch stieg neben dem militärischen der politische Einfluss der PCE drastisch an. Waffen wurden nicht an Anarchisten und so genannte Trotzkisten (POUM) weitergegeben, die wie in der UdSSR als Konterrevolutionäre angesehen wurden. Anarchistische Arbeiter hatten in den Städten Fabriken unter ihre Kontrolle gebracht; auf dem Land wurden die Großgrundbesitzer vertrieben und bäuerliche Agrarkollektive gebildet. Die UdSSR unter Jossif Stalin wandte sich gegen diese soziale Revolution und setzte sich für die Aufrechterhaltung des parlamentarischen Systems ein, um Frankreich und Großbritannien für ein Bündnis zu gewinnen. Im Vorfeld des Hitler-Stalin-Paktes drosselte die UdSSR ihre Waffenlieferung an Spanien immer mehr. Die außenpolitischen Kalkulationen der UdSSR hatten also direkten Einfluss auf das Geschehen in Spanien.