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Boris Karloff

Boris Karloff, eigentlich William Henry Pratt, (1887-1969), amerikanischer Schauspieler britischer Herkunft, meist identifiziert mit seiner Darstellung des Frankenstein-Monsters. Karloff wurde am 23. November 1887 als Sohn eines Diplomaten in London geboren, wo er die Uppingham School und das King’s College besuchte. Nachdem er es abgelehnt hatte, seinem Vater in den diplomatischen Dienst zu folgen, emigrierte er 1909 nach Kanada. Hier kam er in Kontakt mit der Schauspielerei und war jahrelang mit Theatergruppen auf Tournee. Während eines Aufenthalts in Los Angeles übernahm er eine kleine Rolle in dem Film His Majesty the American (1919) und blieb auch in den zwanziger Jahren in der Filmbranche, vorwiegend in Nebenrollen. Einen ersten nennenswerten Erfolg erzielte er jedoch erst mit der Darstellung eines Sträflings in Howard Hawks’ Gangsterfilm The Criminal Code (1930; Das Strafgesetzbuch).

Der Durchbruch gelang ihm in James Whales Horrorfilm Frankenstein (1931) mit der Darstellung des Monsters, dem er anrührend-menschliche Züge zu verleihen wusste. Er meisterte mit großem Geschick die Gratwanderung zwischen Furcht einflößendem Monster und Mitleid erregender Kreatur. Für diese Rolle, die wichtigste und bekannteste seiner Karriere, die für ihn den Aufstieg zum internationalen Star bedeutete, war eigentlich Bela Lugosi vorgesehen, der jedoch nach einem Streit mit der Produktionsgesellschaft den Part des Frankenstein-Monsters an Karloff abtreten musste. Er setzte seine Laufbahn im Horrorfach fort mit Filmen wie The Mummy (1932; Die Mumie), The Old Dark House (1932; Das Haus des Grauens), The Mask of Fu Manchu (1932; Die Maske des Fu Manchu). Nachdem die große Zeit der Horrorfilme in den dreißiger Jahren vorüber war, erlitt seine Karriere einen leichten Knick. Der wandlungsfähige Schauspieler erhielt aber nach wie vor wichtige Nebenrollen und Hauptrollen in B-Pictures. Eine Topgage erhielt er nur noch für The Climax (1944), mit dem die Universal-Filmgesellschaft an den Erfolg von Arthur Lubins Phantom of the Opera (1943; Das Phantom der Oper) anknüpfen wollte.

Demonstrationen seiner Vielseitigkeit bot Karloff beispielsweise in Cecil B. De Milles Westernepos Unconquered (1947; Die Unbesiegten) und George Marshalls Südstaatendrama Tap Roots (1948; Tal der Leidenschaften). In den Horrorfilmen von Roger Corman wurde er gemäß seinem Image eingesetzt, z. B. in The Raven (1963; Der Rabe – Duell der Zauberer, nach einem Gedicht von Edgar Allan Poe). In seinem letzten Film, Peter Bogdanovichs Targets (1968; Bewegliche Ziele), spielte er einen alternden Horrorfilmstar, den er mit autobiographischen Zügen versah. Neben seiner Filmarbeit war Karloff auch als Sprecher tätig, auch seine Theaterlaufbahn setzte er fort. Unter dem Titel Starring Boris Karloff hatte er auch eine eigene Fernsehshow. Boris Karloff starb am 2. Februar 1969 in Midhurst (Sussex).