Reiseliteratur
Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken.
Reiseliteratur
2. Reiseführer

Die Idee des Reiseführers entwickelte sich bereits im Altertum. Zur altgriechischen Literatur zählen Schriften, die Länderbeschreibungen oder Erläuterungen von Sehens- und Merkwürdigkeiten einzelner Städte enthielten. Seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. sind solche Periegesen (von griechisch periegesis: Herumführen) bekannt. Ihre Verfasser, darunter Hekataios, Herakleides, Dionysos und Avienus, wurden Periegeten (also Fremdenführer) genannt. Überliefert ist etwa die Periegesis tes Hellados des Pausanias (um 170 v. Chr.) über Griechenland.

Im Mittelalter dienten Reiseführer vorwiegend zur Unterweisung von Wallfahrern. Zunächst handschriftlich kopiert, wurden sie seit dem 15. Jahrhundert auch gedruckt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich im Zuge bildungsbürgerlichen Interesses und im Rahmen des Massentourismus die Baedeker-Reihe (siehe Karl Baedeker), die am Anfang einer ganzen Welle von Reiseführer-Literatur stand. Autoren von Karl May bis hin zu Thomas Pynchon holten hier ihre Informationen über entlegene Länder für ihre Romane bzw. Erzählungen, ohne die Schauplätze erst bereisen zu müssen.