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| 2. | Abgrenzung von Ökosystemen |
Ökosysteme können nicht exakt voneinander abgegrenzt werden. Die Übergänge sind fließend, da sich die gesamte Biosphäre der Erde aus einem Mosaik von Lebensräumen (Biome) zusammensetzt. Entscheidend für die Bestimmung eines Ökosystems ist in der Regel ein Umweltfaktor, der innerhalb eines begrenzten Bereichs weitgehend gleich bleibt, etwa das Wasser im Meer oder in einem Tümpel. Oft werden Teilbereiche eines größeren Biotops wie das Benthal (der Bodenbereich), das Pelagial (offenes Wasser) und das Litoral (der Randbereich) eines größeren Gewässers als eigene Ökosysteme betrachtet. In einem solchen Teilbereich herrschen bestimmte Umweltbedingungen (z. B. im Litoral der Meeresküste die Gezeiten), die sämtliche dort lebenden Lebewesen betreffen, andere in angrenzenden Lebensräumen jedoch nicht. Dennoch überlappt sich jedes Ökosystem mit den benachbarten Systemen, weil Lebewesen sich bewegen und Stoffe transportiert werden.
Man unterscheidet zwei große Gruppen von Ökosystemen: terrestrische (lateinisch terra: Land) und aquatische (lateinisch aqua: Wasser). Zu den terrestrischen Ökosystemen, die meist durch ihre Vegetation bestimmt sind, gehören beispielsweise Wälder, Grasländer und Wüsten. Aquatische Ökosysteme werden meist in Süßwasser-Ökosysteme (limnische Ökosysteme, z. B. Seen, Flüsse oder Sumpfland) und Meeres-Ökosysteme (marine Ökosysteme wie Korallenriffe, Seegraswiesen oder die Tiefsee) gegliedert. Diese Kategorien können weiter unterteilt werden, z. B. Waldökosysteme in Regenwald und Trockenwald, Laubwald und Nadelwald, Auwald und Bruchwald. Jede dieser Formen lässt sich wiederum nach der vorherrschenden Baumart unterscheiden und wird dann z. B. als Buchen- oder Eichenwald bezeichnet. Als grundlegende Einheiten bei der Erforschung von Ökosystemen dienen oft Pflanzengesellschaften, welche die übrige Biozönose prägen.
Der Begriff Ökosystem wird auch für bestimmte geographische Gebiete mit abgrenzbaren Lebensgemeinschaften verwendet. Ein Beispiel ist die Serengeti in Ostafrika, in der eine charakteristische Tier- und Pflanzengesellschaft lebt, darunter auch endemische Arten. Die Lebensräume der Serengeti umfassen z. B. Kurzgrassavannen, Dornbuschsavannen und Trockenwaldzonen, Flüsse und – je nach Jahreszeit – Wasserlöcher. Ebenso werden im maritimen Bereich größere Ökosysteme mit verschiedenen Lebensräumen unterschieden, etwa das Schwarze Meer, der kalte Benguelastrom vor der Südwestküste Afrikas oder der Golf von Mexiko. Die Definition eines Ökosystems hängt vom Blickwinkel des Betrachters ab. Oft wird die gesamte Erde als einziges Ökosystem angesehen.