Rüstungsindustrie
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Rüstungsindustrie
1. Einleitung

Rüstungsindustrie, Gesamtheit der Industriezweige, die Sachgüter und Dienstleistungen für den militärischen Bedarf produzieren bzw. bereitstellen.

Die Rüstungsindustrie ist kein eigener, klar abgrenzbarer Industriezweig: Zu ihr zählen Unternehmen aus sehr unterschiedlichen Branchen, die überwiegend nicht ausschließlich für den militärischen Bedarf produzieren, da die Nachfrage starken Schwankungen unterworfen und daher schwer zu planen ist. Produkte sind vor allem Munition, Waffen und Transportmittel, u. a. aus der Luft- und Raumfahrtindustrie oder dem Schiff- und Fahrzeugbau. Von Bedeutung sind außerdem die elektronische und elektrotechnische, die chemische Industrie, die Feinmechanik-, die Optik- und die Metallindustrie sowie der Maschinenbau und die Kerntechnik (siehe Atomwaffen).

Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts gingen die weltweiten Rüstungsausgaben zunächst deutlich zurück. Dies ließ die Rüstungsindustrie Kapazitäten abbauen, und es kam zu Übernahmen und Zusammenschlüssen. In Europa entstand durch deutsch-französisch-spanische Kooperation mit der EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) das weltweit zweitgrößte Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie. Große Rüstungsaufträge, etwa der Bau des Mehrkampfflugzeugs Eurofighter, werden in Europa meist von bi- oder multinationalen Konsortien übernommen. Wichtige deutsche Rüstungsunternehmen sind Kraus-Maffei-Wegmann und DaimlerChrysler. Von den zehn umsatzstärksten Rüstungsunternehmen der Welt waren 2005 sechs aus den USA, darunter Lockheed Martin, Boeing und Northrop Grumman. Die anderen vier Unternehmen waren BAE Systems (Großbritannien), Finmeccanica (Italien), die EADS sowie Thales (Frankreich).