Partei
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Partei
2. Rolle der Parteien

Als wesentliche Funktionen, die den Parteien in den meisten demokratisch verfassten Staaten zukommen, lassen sich benennen:

Die Parteien vertreten gesellschaftliche Interessen und formulieren politische Ziele. In einem Programm verknüpfen sie diese mit einem von bestimmten Grundwerten geprägten Gesellschaftsbild oder einer für richtig gehaltenen Ideologie, nach denen sie, einmal an der Macht, den Staat zu gestalten versprechen, z. B. konservativ, national(istisch), sozial(istisch), kommunistisch, liberal, christlich. Dieser Aspekt prägt vor allem Programmparteien, die sich als Teil einer politischen Bewegung verstehen oder sich an ihre Spitze stellen (Bewegungsparteien). Mit der Nivellierung politisch-ideologischer Konflikte in den westlichen Gesellschaften ergab sich die Tendenz zu Volksparteien, die einen Verlust an programmatischem Profil im Kauf nahmen, um ihre politische Basis zu erweitern.

Indem die Parteien Bürger als Mitglieder anwerben und Anhänger bzw. Sympathisanten an sich binden, formieren sich gesellschaftliche Gruppen zu politisch zielgerichteten Kräften im Wettbewerb um die Macht im Staat. Je nach organisatorischer Basis, Programm und Zielgruppen findet diese Funktionsbestimmung ihre Entsprechung im Charakter der Partei als Mitgliederpartei (bei der eine enge Bindung zwischen Wählerschaft und Partei besteht, ein relativ hoher Anteil der Wähler ist zugleich Parteimitglied) oder Wählerpartei (die sich ohne breite Mitgliedschaft in der Hauptsache als Wahlkampfmaschine zur Durchsetzung ihrer Kandidaten versteht, wie z. B. in den USA), als Klassenpartei (die den politischen Herrschaftsanspruch einer sozialen Klasse durchsetzen will, z. B. kommunistische Parteien); sie kann zugleich eine Massenpartei sein, wenn sie ihre politische Kraft nicht nur durch die Zahl ihrer Wähler, sondern auch durch das politische Engagement ihrer Anhänger entfaltet; Volksparteien bieten sich entsprechend ihrer programmatischen Offenheit einer sozial breiten Mitgliederschaft an.

Die Parteien bieten dem Staatsbürger die Möglichkeit, sich am politischen Prozess zu beteiligen (Partizipationsfunktion). Durch ihre zum Teil maßgebliche Rolle bei der politischen Willensbildung, als Repräsentation ihrer Mitglieder und Wähler auf der politischen Bühne und als Ausgangspunkt für politisches Handeln vermitteln sie zwischen dem politischen System und dem Bürger (Mediationsfunktion).

Die Parteien qualifizieren und präsentieren die Kandidaten für die politische Führung des Staates auf allen Ebenen (Rekrutierungsfunktion).