| Fledermäuse | Artikelansicht | ||||
| Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken. | |||||
| 2. | Besonderheiten im Körperbau |
Ebenso wie Flughunde erlangen Fledermäuse ihre Flugfähigkeit mit Hilfe von Flughäuten, die durch die verlängerten Mittelhand- und Fingerknochen sowie die Hinterbeine gespannt werden. Im Gegensatz zum Körperbau der Flughunde sind Schwanzflughaut und Schwanzwirbelsäule bei den meisten Fledermäusen gut entwickelt. Die heute lebenden Fledermäuse unterscheiden sich von fast allen Flughunden auch dadurch, dass sie am zweiten Finger keine Kralle tragen. Anders als Flughunde haben Fledermäuse zudem kleine Augen und zumeist relativ große, kompliziert geformte Ohrmuscheln. Denn Fledermäuse orientieren sich weniger optisch, sondern vor allem mit Hilfe von Ultraschalllauten, deren Echo sie auffangen und auswerten (siehe Echoorientierung).
Die Hintergliedmaßen sind relativ schwach entwickelt, sie dienen der Fledermaus vor allem dazu, sich mit dem Kopf nach unten im Quartier festzuhalten; ein Sehnenmechanismus ermöglicht dies ohne Kraftaufwand, so dass auch tote Fledermäuse oftmals im Quartier hängen bleiben. Fledermäuse können mit zusammengelegten Flügeln „vierfüßig” laufen, indem sie sich auf ihre Handgelenke und Füße stützen.
Das älteste bekannte Fledermausfossil ist die 2008 beschriebene, aus dem frühen Eozän stammende, ungefähr 52 Millionen Jahre alte Fledermausart Onychonycteris finneyi, die im US-Bundesstaat Wyoming gefunden wurde. Diese Fledermaus war bereits flugfähig, hatte jedoch an allen Fingern Krallen und konnte deshalb wahrscheinlich geschickt im Geäst klettern. Dem Bau ihrer Gehörschnecke (Cochlea) zufolge war sie noch nicht zur Echoortung in der Lage. Fledermäuse haben demzufolge zunächst die Flugfähigkeit und dann die Fähigkeit zur Echoortung erworben.