Fledermäuse
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Fledermäuse
4. Orientierung

Alle Fledermäuse orientieren sich durch Ultraschallortung: Sie senden hochfrequente Tonimpulse aus, die von der Umgebung reflektiert werden und deren Echo das Gehör der Fledermaus aufnimmt. So ortet eine Fledermaus beispielsweise die Position eines vor ihr befindlichen Insekts und seine Flugrichtung und kann sogar feststellen, um was für ein Insekt es sich handelt. Fledermäuse „sehen” ihre Umwelt also sozusagen mit dem Gehör. Daher verlieren sie auch in absoluter Dunkelheit nicht die Orientierung im Raum (im Gegensatz etwa zu Eulen).

Die Laute werden im Kehlkopf gebildet und entweder durch den Mund oder die Nase ausgestoßen. Die von Fledermäusen verwendeten Tonhöhen oder Frequenzen liegen bei etwa 20 bis 120 Kilohertz und damit in der Regel außerhalb des menschlichen Hörvermögens; insbesondere jüngere Menschen können aber relativ tiefe Ortungsrufe wahrnehmen, z. B. die von Abendseglern. Bei der Annäherung an ein Beuteinsekt sendet die Fledermaus ihre Rufe in immer schnellerer Folge aus. Wenn man Fledermausrufe durch einen Ultraschalldetektor hörbar macht, nimmt man diese Ruffolge als charakteristisches Summen (englisch feeding buzz) wahr. Manche tropischen Pflanzen, die von Fledermäusen bestäubt werden, haben speziell geformte Blütenblätter, die Ultraschallrufe der Fledermäuse besonders gut reflektieren; Nektar und Pollen suchende Fledermäuse werden dadurch auf diese Blüten aufmerksam. Fledermäuse verwenden verschiedene Strategien, um das Echo der eigenen Rufe von dem im selben Gebiet jagender Artgenossen zu unterscheiden. So variieren die Nasenflügel carnivorer (Fleisch fressender) Blattnasen innerhalb der Art von Tier zu Tier ein wenig, so dass jede Fledermaus etwas andere Ortungsrufe aussendet.

Manche Fledermäuse spüren ihre Beute auf, indem sie auf Geräusche oder Gerüche achten, die von Beutetieren ausgesandt werden. Denn bei der Beutesuche am Boden oder in dichter Vegetation können Fledermäuse das vom Hintergrund reflektierte Echo oft nicht vom Beutetierecho unterscheiden. Jedoch orientieren sich Fledermäuse durchaus auch optisch; beispielsweise nutzen sie in der Dämmerung sichtbare Geländemerkmale. Manche Fledermäuse nehmen sogar ultraviolettes Licht wahr: Eine lateinamerikanische Blattnasenart orientiert sich in der Dämmerung an den UV-Licht-Reflexionen mancher Blüten, um Pollen und Nektar aufzuspüren.