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Andamaner, indigene Bevölkerung der Andamanen-Inselkette im Golf von Bengalen, die seit 1950 zu Indien gehört. Die Andamaner sind Nachkommen einer historisch alten Bevölkerungsschicht, die in einigen Teilen Südostasiens bis heute anzutreffen ist. Bis Ende des 18. Jahrhunderts vollkommen isoliert lebend, bewahrten die verschiedenen, aus mehreren Lokalgruppen bestehenden andamaischen Ethnien ihre eigenen Sprachen, die sich keiner Sprachgruppe zuordnen lassen.
Die Wirtschaftsweise – Jagd, Fischfang und Sammeln – war ihrem tropischen Lebensraum optimal angepasst. Die Religion der Andamaner kennt einen ausgeprägten Ahnenkult. Seitdem die Andamanen ab dem 19. Jahrhundert zuerst von Großbritannien, dann von Indien systematisch kolonialisiert wurden, reduzierte sich die indigene Bevölkerung aufgrund von Krankheiten und durch die Einschränkung ihrer Lebensgebiete von mehreren Tausend auf wenige Hundert. Von einst 5 000 bis 8 000 Großandamanern, die auf zehn verschiedene Ethnien verteilt auf Großandaman lebten, konnten 1989 nur noch 29 in einer Reservatssiedlung auf Strait Island gezählt werden. Insgesamt bewohnen noch etwa 250 Jarawa (wahrscheinliche Eigenbezeichnung Ya-ong-ga) Mittel- und Südandaman sowie etwa 100 Onge (wahrscheinliche Eigenbezeichung M’önge-be) Kleinandaman und Rutland Island. Die auf Nord Sentinel isoliert lebenden Sentinelesen sind vermutlich ein Zweig der Jarawa, die genaue Bevölkerungszahl ist nicht bekannt. Eine bedeutende Rolle spielt auch heute noch die bei den verschiedenen Gruppen unterschiedliche Körperbemalung, die als Schmuck oder zum Schutz vor Krankheiten dient, aber auch Riten begleitet.
Körperliche Merkmale wie Kleinwüchsigkeit, Dunkelhäutigkeit und krause Haare weisen die Andamaner als Negritos (siehe Pygmäen) aus. Seit dem 19. Jahrhundert wurde daher über eine besonders enge Verwandtschaft zu den afrikanischen Pygmäen spekuliert. Moderne genetische Analysen haben aber ergeben, dass die Andamaner zwar zu den historisch ältesten Bewohnern Asiens gehören – ihre Vorfahren wanderten vor ungefähr 100 000 Jahren in Asien ein –, aber genetisch mit Afrikanern nicht näher verwandt sind als andere Asiaten auch.