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Na-Dené, Sprachfamilie mit über 20 Einzelsprachen, die in Alaska, im Nordwesten Kanadas, an der kalifornischen Pazifikküste und im Süden der Vereinigten Staaten sowie in geringem Maß in angrenzenden Gebieten im Norden Mexikos gesprochen werden. Die Na-Dené-Sprachen gliedern sich in drei Zweige, von denen zwei durch Einzelsprachen, Haida mit 300 Sprechern (dessen Zugehörigkeit wird zum Teil bestritten) und Tlingit mit circa 2 000 Sprechern repräsentiert werden. Diese beiden Sprachen werden auf Inseln gesprochen, die der Westküste Kanadas vorgelagert sind. Der dritte Zweig besteht aus den Athapaskischen (auch: Athabaskischen) Sprachen mit etwa 200 000 Sprechern, von denen etwa 140 000 auf das Navajo (auch: Navaho) entfallen. Teilweise wird das heute wohl ausgestorbene Eyak, das meist zu den Athapaskischen Sprachen gezählt wird, als vierter Zweig des Na-Dené angesehen. Na-Dené bildet auch nach der (umstrittenen) Klassifikation von Greenberg eine selbständige Sprachfamilie, die nicht zu der übergeordneten Sprachgruppe Amerindisch zu zählen ist.
Die Na-Dené-Sprachen sind Tonsprachen mit meist zwei Tönen und verfügen häufig über sehr komplexe Konsonantensysteme. Im Bereich der Formenlehre fällt insbesondere die extrem komplizierte Verbalmorphologie auf. Es gibt bis zu 23 Flexionsmorpheme, die dem Verbstamm vorangestellt werden. Sie bezeichnen verschiedene Kategorien, wie z. B. Numerus und Person von Subjekt, Objekt sowie Aspekt und Modus. Flexionsmorpheme, die dem Verbstamm nachgestellt werden, sind selten.