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Neokolonialismus

Neokolonialismus, in der heutigen Entwicklungsländerforschung kaum mehr gebrauchter Begriff für das nach dem Ende der Kolonialzeit entstandene Abhängigkeitsverhältnis zwischen den armen Ländern – vor allem der Dritten Welt – von den reichen Industriestaaten. Im Neokolonialismus handelt es sich im Gegensatz zum direkten Herrschaftsverhältnis während der Zeit des Kolonialismus um ein Verhältnis indirekter Herrschaft der reichen über die armen Länder. Mit der Benutzung des Begriffs ist zumeist der Vorwurf verbunden, die Industrienationen hielten die Entwicklungsländer durch wirtschaftliche Ausbeutung bewusst in einer dem Kolonialismus ähnlichen Abhängigkeit. Vertreter der Dependenztheorien bezeichnen dieses nachkoloniale Machtverhältnis auch als neue Form des Imperialismus.