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Prestige (französisch zu lateinisch praestigiae: Blendwerk, Gaukelei), Ansehen, Anerkennung oder Einfluss, die eine Person, eine Gruppe von Personen oder Institutionen aufgrund ihres sozialen Status in der Öffentlichkeit oder in Teilen der Öffentlichkeit genießen.
Es gibt keine objektiven Maßstäbe für die Zuweisung von Prestige. Der Rang des Prestiges, d. h. höheres oder niedrigeres Ansehen, ergibt sich aus dem Vergleich verschiedener Positionen miteinander. Die Prestigeverteilung in einer Gesellschaft ist eng mit der politischen und wirtschaftlichen Macht bestimmter hochrangiger Berufsgruppen verbunden (Berufsprestige). Wie alle gesellschaftlichen Erscheinungen unterliegt auch die Prestigezuweisung dem sozialen Wandel: z. B. kann ein Beruf mit großem Prestige durch die Arbeitsmarktlage (vorübergehend) an Ansehen verlieren (Ärzte, Juristen).
Eine hervorragende berufliche Position kann zu einer Prestigegeneralisierung führen, da beispielsweise das berufliche Ansehen eines hervorragenden Wissenschaftlers auch auf seine anderen Positionen und sozialen Rollen übertragen wird.
Prestigefaktoren, die den Rang in der gesellschaftlichen Prestigehierarchie bestimmen, sind einerseits objektive Merkmale wie Schul- und Berufsausbildung, Beruf und Einkommen. Andererseits handelt es sich um subjektive Faktoren wie persönliche Wertschätzung wegen biologischer (z. B. Rassenzugehörigkeit; äußeres Erscheinungsbild), psychologischer (z. B. Intelligenz) und anderer Merkmale (z. B. Fairness, Hilfsbereitschaft).
Prestigekriterien stellen Orientierungshilfen zur Einschätzung des Berufsprestiges dar: soziales Ansehen des Berufs, der Grad der beruflichen Verantwortung, Ausbildung, fachliches Wissen und Können.
Personen oder Gruppen mit einem negativen Prestige genießen wenig Ansehen oder haben einen schlechten Ruf (Fremdgruppen; Minderheiten; Randgruppen).
Die aus den USA stammende Prestigeforschung hat sich fast ausschließlich mit dem Berufsprestige beschäftigt, weil in modernen Industriegesellschaften das berufliche Prestige üblicherweise ausschlaggebend für das allgemeine Ansehen eines Menschen ist. Mit Prestigeskalen wird die Rangfolge der Berufe nach der Höhe ihres Prestiges durch die Befragung repräsentativer Bevölkerungsstichproben erhoben.