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Wilhelm Schmidt (1868-1954), Ethnologe, Linguist und Religionswissenschaftler, Priester des Missionsordens Societas Verbi Divini (S.V.D.). Wilhelm Schmidt wurde am 16. Februar 1868 in Hörde, das heute zu Dortmund gehört, geboren. Er war der Begründer der kulturhistorischen Wiener Schule der Völkerkunde, der Zeitschrift Anthropos (1906) und des päpstlichen Ethnographischen Museums in Rom (ab 1925) sowie des Anthropos-Instituts in Sankt Augustin (1932). Er erstellte eine Reihe wichtiger linguistischer Arbeiten zu asiatischen, ozeanischen und australischen Sprachen und beschäftigte sich mit der Erforschung von Pygmäen. Zudem entwickelte er die heute nicht mehr weiterverfolgte Kulturkreislehre. In seinem Werk Der Ursprung der Gottesidee, das ein Gegenentwurf zu evolutionistischen Religionsforschung ist, versuchte er nachzuweisen, dass der Glaube an einen Hochgott auch bei frühen Gesellschaften vorhanden ist. Am 10. Februar 1954 verstarb Schmidt in Freiburg im Üechtland, wo er seit 1942 als Professor für Völkerkunde tätig war.
Seine Hauptwerke sind Der Ursprung der Gottesidee (12 Bde., 1912-1955), Völker und Kulturen (1924), Die Sprachfamilien und Sprachkreise der Erde (1926), Handbuch der vergleichenden Religionsgeschichte (1930), Handbuch der Methode der kulturhistorischen Ethnologie (1937).