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Serapionsbrüder

Serapionsbrüder, Name eines Dichterkreises der Berliner Romantik um E. T. A. Hoffmann, der sich von 1814 bis 1818 in Hoffmanns Wohnung traf und zu dem die Schriftsteller Julius Eduard Hitzig, Johannes Ferdinand Koreff und C. W. Salice-Contessa, zeitweilig auch Adelbert von Chamisso und Friedrich de la Motte-Fouqué gehörten. Die wöchentlichen Zusammenkünfte wurden nach dem ägyptischen Anachoreten Serapion Sindonita benannt, dem Kalenderheiligen des Tages, an dem Chamisso von einer Weltreise zurückkehrte. In der Rahmenhandlung des gleichnamigen Novellenzyklus Hoffmanns ist der Dichterkreis verschlüsselt nachgebildet.

Nach dem Berliner Vorbild benannte sich eine im Februar 1921 in Petrograd gegründete Gruppe junger sowjetischer Schriftsteller (Serapionowy bratja), die programmatisch eine von ideologischen und politischen Dogmen befreite Dichtung forderte. Maßgeblich in ästhetischen Fragen war Jewgeni Samjatin, dessen ornamentale Prosa mit ihrem realistischen, zugleich phantastischen Erzählstil auf viele zeitgenössische sowjetische Autoren wirkte. Mitglieder dieses größten nonkonformistisch-experimentellen Dichterkreises innerhalb der russischen Literatur der jungen Sowjetunion waren die Romanciers Konstantin Fedin, Wsewolod Iwanow, Weniamin Kawerin, Michail Soschtschenko und Nikolai Nikilin sowie der Lyriker Nikolai Tichonow. Auch Wiktor Schklowskij gehörte dem Zirkel an und beeinflusste mit seiner Prosatheorie dessen Schaffen. Er wurde nach wenigen Jahren unter der Obhut Maksim Gorkijs von der offiziellen Politik der Kulturoberen erdrückt.