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Soziolekt, Sprachsystem einer sozial definierten Gruppe. Der Begriff „Soziolekt” wurde in Anlehnung an den Begriff Dialekt geprägt. In der Regel wird der Terminus „Soziolekt” synonym mit dem der „Varietät” verwendet. Er bezeichnet dann die Gesamtheit der sprachlichen Besonderheiten einer jeweils zu spezifizierenden sozialen Gruppe. Diese zeichnet sich durch eine außersprachliche Gemeinsamkeit aus, die jedoch nicht mit sozialer Schichtung in Verbindung steht, sondern mit Faktoren wie Beruf, Alter usw.
Vereinzelt wird der Begriff Soziolekt jedoch bewusst als Abgrenzung zum Begriff der Varietät gewählt, und zwar genau dann, wenn der relevante außersprachliche Faktor derjenige der sozialen Schicht oder Klassenzugehörigkeit ist. Fasst man beide Ansätze zusammen, so spielen u. a. folgende Faktoren eine Rolle: 1. Alter: Es ist erwiesen, dass sich Stimme, Wortschatz und Stil mit zunehmendem Alter verändern. Die Sprechgeschwindigkeit sinkt und Pausen werden häufiger. 2. Geschlecht: In vielen Sprachen lernen männliche und weibliche Kinder – mit jeweils unterschiedlicher Ausprägung – eine andere Sprachvariante. Davon können Aussprache, Grammatik und Wortschatz betroffen sein. Im Deutschen unterscheiden sich männliche und weibliche Sprache hauptsächlich durch die Gebrauchshäufigkeit bestimmter Wörter. So verwenden Frauen häufiger expressive Adjektive wie „süß’ oder „super”, und Männer greifen häufiger zu Kraftausdrücken. 3. Klassenzugehörigkeit: Hier werden relevante Zusammenhänge zwischen gesellschaftlicher Schicht und Sprache ermittelt. Diese Forschungsrichtung wurde in den siebziger Jahren von dem britischen Soziologen Bernstein ins Leben gerufen.