Standardmodell
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Standardmodell
2. Experimentelle Bestätigung

Das Standardmodell ist in einer Vielzahl von Experimenten mit großem Erfolg überprüft worden. Zu den spektakulärsten Erfolgen des Standardmodells gehört die durch das Experiment bestätigte Vorhersage der Existenz und des Wertes der Massen der W- und Z-Teilchen. Die Entdeckung des theoretisch vorhergesagten „top”-Quarks stellt eine weitere bedeutende Bestätigung dar. Das Standardmodell ist in Übereinstimmung mit allen bekannten experimentellen Daten. Der Nachweis des vom Standardmodell geforderten „Higgs”-Teilchens steht allerdings noch aus; die Existenz dieses in vieler Beziehung außergewöhnlichen Teilchens ist eng verknüpft mit der Vereinigung von elektromagnetischer und schwacher Wechselwirkung. Der am CERN (Genf) geplante Beschleuniger (LHC: Large Hadron Collider, sinngemäß großer Hadronenbeschleuniger) wird u. a. die Möglichkeit zur Überprüfung dieser wichtigen Vorhersage bieten. Trotz der beeindruckenden Erfolge ist das Standardmodell nicht in jeder Beziehung zufrieden stellend. Insbesondere schließt es die Gravitation nicht mit ein, es beinhaltet nicht eine vereinheitlichte Theorie der starken und elektroschwachen Wechselwirkung und enthält eine große Zahl physikalischer Parameter, wie z. B. die Massen der (geladenen) Leptonen und Quarks, die nur in einer übergreifenden, das Standardmodell umfassenden Theorie berechenbar wären. Die Suche nach Hinweisen auf eine derartige umfassendere Theorie wird mit großem experimentellem Aufwand betrieben. In Untersuchungen von Reaktionen zwischen Elementarteilchen bei höchsten Energien und Studien der Eigenschaften der Elementarteilchen mit größter Präzision wird über Abweichungen vom Standardmodell nach solchen Hinweisen auf eine mögliche neue Ebene physikalischer Realität gesucht.