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Turkmenen, auch Türkmenen, Eigenbezeichnung Türkmen, ein so genanntes Turkvolk mit knapp vier Millionen Angehörigen, das in Zentralasien und dem Vorderen Orient ansässig ist. Die in verschiedene Gruppierungen und Untergruppen aufgeteilten Turkmenen leben vor allem im seit 1991 unabhängigen Turkmenistan, das zu großen Teilen aus Sandwüste (siehe Karakum) besteht, aber auch in Usbekistan, Tadschikistan und Transkaukasien sowie im teils gebirgigen Nordwesten Afghanistans, in Nordiran, Nordirak, Syrien und der Türkei. Ihre Sprache gehört zu den westtürkischen oder oghusischen Sprachen.
Die Bezeichnung Turkmenen erscheint zum ersten Mal in arabischen Reiseberichten im 10. Jahrhundert. Die traditionelle Wirtschaftsweise war der Vollnomadismus, der in den Steppen und Wüstengebieten des heutigen Turkmenistan lange bewahrt wurde, aufgrund des Einflusses nichtturkmenischer Oasenbewohner kam es jedoch schon früh zu einem langsamen Übergang zur Sesshaftigkeit. Bereits im 16. Jahrhundert wurde zwischen nomadischen Turkmenen und sesshaften turkmenischen Bauern unterschieden. Nach der Russischen Revolution 1917 und der Ausrufung der sowjetischen Unionsrepublik Turkmenistan 1925 erfolgte eine Veränderung der Wirtschaftsweise durch den Übergang zur Landwirtschaft mit Bewässerung (Baumwolle, Mais, Hirse, Gemüse, Früchte) und der Seidenraupenzucht. Bei der Viehhaltung herrscht heute die Aufzucht von Karakulschafen vor.
Die Turkmenen sind meist sunnitische Muslime. Sie besitzen eine reiche Literatur, in der die Ependichtung einen großen Platz einnimmt. Im Bereich des Kunsthandwerks haben turkmenischer Silberschmuck und Teppiche Berühmtheit erlangt.