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Kollektives Unbewusstes, in der von Carl Gustav Jung begründeten komplexen oder analytischen Psychologie die aus der Summe der allgemeinen und historischen Erfahrungen gebildete Grundlage der überpersönlichen seelischen und geistigen Entwicklung. Im Gegensatz zur Auffassung Sigmund Freuds und der von ihm begründeten Schule der Psychoanalyse des Unbewussten ist das kollektive Unbewusste im Verständnis C. G. Jungs nicht trieb-, sondern bildhaft. Im kollektiven Unbewussten wirken Urbilder oder Archetypen, die allen Menschen gemeinsam sind, als intuitives Wissen und als Quelle der Kreativität. Die übereinstimmenden Grundmotive in vielen Märchen und Mythen unterschiedlicher Völker aus verschiedenen Zeiten werden von Jung als Beleg dafür gewertet, dass das kollektive Unbewusste auch die Erfahrungen aller Kulturen umfasst.
Während das Unbewusste in der psychoanalytischen Theorie als Vergessenes oder Verdrängtes (siehe Abwehrmechanismus) in der Therapie in das Bewusstsein gehoben werden kann (und soll), ist das kollektive Unbewusste im Verständnis der analytischen Psychologie nicht bewusstseinsfähig.