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Weltanschauung

Weltanschauung, um 1800 im Umkreis der Romantik entstandener Begriff ohne eindeutige Semantik, der innerhalb der Philosophie zumeist die in sich geschlossene, einheitliche Auffassung von Struktur, Sinn, Ziel und Wert der Welt im Ganzen und des Verhältnisses der einzelnen Erscheinungen und Werthaltungen zu diesem Ganzen bezeichnet. Weltanschauungen können religiös, philosophisch oder wissenschaftlich inspiriert und geprägt sein; sie sagen nicht unbedingt viel über die Welt, sehr viel jedoch über denjenigen aus, der die Welt so anschaut.

Karl Jaspers zufolge offenbart sich Weltanschauung „in Wertungen, Lebensgestaltung, Schicksal, in der erlebten Rangordnung der Werte. (...) Wenn wir von Weltanschauung sprechen, so meinen wir Ideen, das Letzte und Totale des Menschen, sowohl subjektiv als Erlebnis und Kraft und Gesinnung, wie objektiv als gegenständlich gestaltete Welt” (Psychologie der Weltanschauungen, 1919). Die Vielzahl der verschiedenen Weltanschauungstypen entsprechen bei Jaspers den möglichen Einstellungen gegenständlich, selbstreflektiert oder enthusiastisch. Wilhelm Dilthey untergliedert die Weltanschauungstypen in die des Naturalismus (Materialismus, Positivismus), des Idealismus (Pantheismus) und des Idealismus der Freiheit (Theismus).

Siehe auch Ideologie