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| 2. | 1. Koalitionskrieg (1792-1797) |
Österreich und Preußen standen der Französischen Revolution zunächst relativ neutral gegenüber. Als sich in Frankreich jedoch der Druck auf die königliche Familie, besonders nach deren gescheiterter Flucht nach Varennes, zunehmend verschärfte, erklärten sich Österreich und Preußen am 27. August 1791 in der Deklaration von Pillnitz bereit, in Frankreich militärisch einzugreifen, um dort die Monarchie zu retten. Nach der Annahme der französischen Verfassung durch Ludwig XVI. am 16. September zog Kaiser Leopold II. die Deklaration zurück. Die Situation spitzte sich erneut zu, als Frankreich gegen die antirevolutionäre Agitation der Emigranten in Deutschland protestierte. Am 25. Januar 1792 forderten die Girondisten Österreich ultimativ auf, von einem Eingreifen in Frankreich abzusehen; daraufhin schlossen Österreich und Preußen ein Defensivbündnis. Ein erneutes französisches Ultimatum, dem zufolge Österreich das Bündnis mit Preußen auflösen sollte, lehnte Österreich am 18. März ab.
Am 20. April 1792 erklärte Ludwig XVI. auf Druck der Girondisten Österreich den Krieg. Preußen stellte sich sogleich auf die Seite Österreichs; das Königreich Sardinien, Baden und Hessen-Kassel traten der Koalition im September bei. Am 25. Juli 1792 veröffentlichte der Oberbefehlshaber der peußisch-österreichischen Truppen, Herzog Karl Wilhelm Ferdinand, das Koblenzer Manifest, in dem die Koalition die Wiedereinsetzung einer legalen Regierung, d. h. des Königs, in Frankreich forderte und mit dem die Koalition ihren bevorstehenden Einmarsch in Frankreich rechtfertigte. In Frankreich bewirkte das Manifest eine weitere Radikalisierung der Revolutuion (siehe Sturm auf die Tuilerien) und eine Zunahme des Nationalgefühls, wie es sich etwa in der zu jener Zeit entstandenen Marseillaise ausdrückte.
Im August 1792 drangen die Alliierten in Frankreich ein, nahmen am 23. August Longwy und am 2. September Verdun; mit der so genannten Kanonade von Valmy, einem Artilleriegefecht zwischen den französischen und den alliierten Truppen am 20. September 1792, konnte die französische Armee unter General Dumouriez den Vormarsch der Koalition jedoch zum Stehen bringen. Die Alliierten zogen sich zurück, die Franzosen begannen vorzustoßen. Im Oktober besetzten französische Truppen unter General Custine Speyer, Worms, die Kurpfalz und schließlich, am 21. Oktober, Mainz, wo eine Republik nach französischem Vorbild errichtet und der Mainzer Jakobinerklub gegründet wurde. Am 6. November 1792 siegte Dumouriez bei Jemappes und schloss damit die Besetzung der Österreichischen Niederlande ab; im November annektierte Frankreich schließlich noch Savoyen.
Am 1. Februar 1793 erklärte Frankreich Großbritannien und den Generalstaaten, am 7. März Spanien den Krieg. Großbritannien, die Niederlande und Spanien schlossen sich der ersten Koalition an, und am 22. März traten auch die Reichstände dem Krieg gegen Frankreich bei. Geschwächt durch zahlreiche Aufstände im Inneren gegen die Revolution, u. a. in der Vendée, unterlag Dumouriez am 18. März 1793 bei Neerwinden in Brabant den Österreichern, die die Österreichischen Niederlande zurückeroberten. Am 23. Juli gewann Preußen nach langer Belagerung Mainz, das sich zur Republik erklärt und am 21. März Frankreich angeschlossen hatte, zurück, und am 27. August besetzten britische Truppen den Kriegshafen Toulon. Im Dezember 1793 musste Toulon jedoch vor den französischen Belagerern unter Napoleon Bonaparte kapitulieren.
1794 wendete sich das Blatt wieder zugunsten Frankreichs. 1793 hatte Frankreich durch die so genannte Levée en masse unter der Leitung Lazare Carnots umfassend mobil gemacht, außerdem seine Kriegstaktik geändert, während auf der anderen Seite die Koalition sich nicht immer auf gemeinsames Vorgehen und gemeinsame Ziele einigen konnte. Die Franzosen gewannen durch ihren Sieg bei Fleurus im Heenegau am 26. Juli 1794 die Österreichischen Niederlande zurück, besetzten erneut das linke Rheinufer und eroberten im Januar 1795 die Generalstaaten, wo sie als erste Tochterrepublik Frankreichs die Batavische Republik errichteten.
Am 5. April 1795 schloss Preußen mit Frankreich den Basler Frieden, in dem Preußen auf seine linksrheinischen Besitzungen verzichtete und mit dem es aus dem Krieg ausschied. Spanien schloss sich am 22. Juli dem Friedensschluss an.
Österreich setzte den Krieg fort und errang zunächst auch einige Siege in Süddeutschland. 1796 verlagerte sich dann das Kriegsgeschehen nach Italien. Im Frühjahr 1796 war Napoleon zum Oberbefehlshaber der französischen Truppen in Italien ernannt worden, und innerhalb eines knappen Jahres hatte er hier die Österreicher besiegt und Oberitalien und die Toskana besetzt: Am 10. Mai siegte er bei Lodi, am 15. Mai schloss Sardinien mit Frankreich Frieden, am 16. Mai wurde Mailand genommen und die Zisalpinische Republik errichtet. Mitte November 1796 siegten die Franzosen unter Napoleon über die Österreicher bei Arcole und am 14. Januar 1797 bei Rivoli, und am 2. Februar nahmen sie die Festung Mantua ein. Am 19. Februar schloss Frankreich mit dem Kirchenstaat Frieden und gewann dadurch die Romagna, Ferrara und Bologna. In der Folge stieß Napoleon über Tirol und die Steiermark auf Wien vor und zwang damit Österreich am 18. April 1797 zum Vorfrieden von Leoben, der am 17. Oktober 1797 in den Frieden von Campo Formio mündete. Österreich trat die Österreichischen Niederlande und Mailand an Frankreich ab und erhielt im Gegenzug Venetien, außerdem stimmte es der Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich zu.
Von den Staaten der ersten Koalition führte nun allein Großbritannien den Krieg gegen Frankreich weiter.