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| 3. | 2. Koalitionskrieg (1798-1801/02) |
Im Februar 1798 errichtete Frankreich in Italien die Römische Republik und im April die Helvetische Republik; im Mai 1798 brach Napoleon zur Eroberung Ägyptens auf, die jedoch Anfang August an der französischen Niederlage in der Seeschlacht bei Abukir scheiterte; im Zuge dieser Expedition besetzte Frankreich jedoch Malta. In Reaktion auf das französische Expansionsstreben kam es Ende 1798/Anfang 1799 zur Bildung der zweiten Koalition, der schließlich Großbritannien, Österreich, das Königreich Neapel, Russland, Portugal und das Osmanische Reich angehörten.
Der Krieg der zweiten Koalition brach Anfang 1799 in seiner ganzen Heftigkeit aus; er wurde vor allem in Norditalien und in der Schweiz ausgetragen. Österreich und Russland waren unter dem Oberbefehl des russischen Generals Graf Aleksandr Suworow in Norditalien erfolgreich: Sie besiegten am 5. April 1799 die Franzosen bei Magnano, am 27. April bei Cassano, am 17. bis 19. Juni an der Trebbia und am 15. August bei Novi. Die Koalition nahm Mailand ein und löste die Zisalpinische Republik auf und besetzte außerdem Turin. In der Schweiz hatten die Franzosen mehr Erfolg: Nachdem die französischen Truppen bei Zürich Anfang Juni von Erzherzog Karl Ludwig Johann von Österreich besiegt worden waren, schlugen sie unter General André Masséna am 26. September eine russische Armee unter General Aleksandr Korsakow. General Suworow führte seine Truppen von Norditalien aus über die Alpen, um Korsakows Truppen in der Schweiz zu verstärken; die waren jedoch bereits besiegt und aufgelöst. Die Franzosen zwangen Suworow zur Flucht in die Graubündener Berge, wo seine Armee Anfang Herbst durch Kälte und Hunger stark dezimiert wurde. Am 22. Oktober 1799 schied Russland auf Grund von Differenzen mit Österreich, dem es mangelnde Unterstützung vorwarf, aus der zweiten Koalition aus.
Nach seiner Rückkehr aus Ägypten im Oktober 1799 und seinem Staatsstreich am 18. Brumaire (9. November) bot Napoleon, jetzt als Erster Konsul, der Koalition den Frieden an; die Koalition lehnte jedoch ab. Daraufhin plante Napoleon für Anfang 1800 einen Feldzug gegen Österreich und dessen deutsche Verbündete. Er zog mit einer neu aufgestellten, 40 000 Mann starken Armee über die Alpen nach Norditalien, eroberte am 2. Juni Mailand zurück, besiegte am 14. Juni die Österreicher in der Schlacht bei Marengo und brachte Oberitalien wieder unter französische Kontrolle.
Inzwischen waren französische Truppen unter General Jean Victor Moreau über den Rhein nach Süddeutschland vorgedrungen und hatten München besetzt. Am 3. Dezember 1800 besiegte Moreau in der Schlacht bei Hohenlinden in Bayern die letzte österreichische Armee unter Erzherzog Karl Ludwig Johann und rückte nach Linz in Österreich vor. Österreich, das sich bis zu seiner Niederlage bei Hohenlinden einem Friedensschluss verweigert hatte, willigte nun in einen Frieden ein. Am 9. Februar 1801 bestätigte Kaiser Franz II. für Österreich und das Reich im Frieden von Lunéville die Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich (die Entschädigung deutscher Fürsten für ihre Gebietsverluste links des Rheines wurde 1803 im Reichsdeputationshauptschluss geregelt), erkannte die Batavische, die Helvetische, die Zisalpinische, die Ligurische Republik sowie das neue Königreich Etrurien an. Es folgten die Friedensschlüsse Frankreichs mit Neapel, Portugal, Russland und dem Osmanischen Reich; zuletzt schloss Frankreich am 27. März 1802 mit Großbritannien den Frieden von Amiens.
Der Friede von Amiens erwies sich jedoch als wenig dauerhaft. In dem Friedensvertrag war vorgesehen, dass die Briten die Insel Malta, die sie im September 1800 zurückerobert hatten, wieder an die ursprünglichen Besitzer, den Malteserorden, übertragen sollten. Großbritannien aber weigerte sich, die Insel zu räumen, was im Mai 1803 zur Wiederaufnahme des Krieges gegen Frankreich durch Großbritannien führte. Frankreich besetzte das mit Großbritannien in Personalunion verbunde Kurfürstentum Hannover; auf der anderen Seite schlug Admiral Horatio Nelson am 21. Oktober 1805 die französisch-spanische Flotte bei Trafalgar vernichtend und bestätigte damit Großbritanniens Vormachtstellung zur See. Ein weiteres Ergebnis dieses Krieges war, dass Napoleon seinen Plan aufgab, in Louisiana in Nordamerika ein französisches Kolonialreich zu schaffen, weil er seine Kräfte in Europa konzentrieren musste. Stattdessen verkaufte er Louisiana an die USA.