Zeichen
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Zeichen
1. Einleitung

Zeichen, (althochdeutsch zeihhan, verwandt mit zihan: zeigen; ursprünglich: anzeigen, kundtun), im allgemeinen Sprachgebrauch ein natürliches oder künstliches, sinnlich wahrnehmbares Phänomen, das für ein anderes (auch abstraktes) Phänomen steht, also Bedeutung erhält; grundsätzlich kann alles sinnlich Wahrnehmbare durch einen Interpreten zum Zeichen werden.

Charles Sanders Peirce definierte das Zeichen (oder Repräsentamen) als „etwas, das für jemanden in einer gewissen Hinsicht oder Fähigkeit für etwas steht”. In der kulturellen Semiotik Umberto Ecos, der sich in seinen Überlegungen auf Jan Mukařovský berufen kann, gerät jedes Phänomen, indem es nach erfolgter Entschlüsselung bzw. Denotation über seine Funktion Aufschluss gibt, auch zum Zeichen seiner selbst; so ist der Gegenstand „Löffel” für den, der ihn als solchen zu erkennen weiß, automatisch mit seiner Aufgabe im kulturellen Kontext verbunden. Zeichen werden über (individuelle oder soziale) Konvention konstituiert: So kann, einem Beispiel Ecos zufolge, eine konkrete Höhle, die ihrem Benutzer Schutz vor Regen gewährte, in der Folge jederzeit die Bedeutung „Schutz” konnotieren. Nach einem Abstraktionsprozess wird jede beliebige Höhle zum Zeichen mit der Bedeutung „Schutz”. Innerhalb der Zeichentheorie wirkten vor allem die Modelle von Ferdinand de Saussure, Charles Sanders Peirce und Charles William Morris.