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| 3. | Folgen der Globalisierung |
Die Entwicklung globaler Märkte brachte für viele Unternehmen einschneidende Veränderungen: Statt wie bisher auf regionale oder nationale Märkte beschränkt zu sein, sind sie heute gezwungen, global konkurrenzfähig zu bleiben. Aufgrund der Notwendigkeit, Kosten einzusparen, werden Produktionsprozesse in Regionen mit geringerem Lohnniveau („Niedriglohnländer”) ausgelagert. Ein Merkmal der Globalisierung ist daher auch die deutliche Zunahme der Direktinvestitionen besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern. In den Industrieländern fallen dadurch Arbeitsplätze in der Produktion weg. Zwar können dort im Falle einer erfolgreichen Expansion auch neue Arbeitsplätze entstehen, diese sind jedoch in anderen Bereichen, etwa der technischen Entwicklung, angesiedelt und erfordern meist eine höhere Qualifikation. In den Industrieländern ist deshalb eine hohe strukturelle Arbeitslosigkeit zu beobachten; ebenso beschleunigt sich die Entwicklung zur Dienstleistungsgesellschaft.
Für die Entwicklungs- und Schwellenländer bedeutet die Globalisierung Chance und zugleich Risiko. Hier entstehen Arbeitsplätze, deren Entlohnung – obwohl im internationalen Vergleich niedrig – das Durchschnittseinkommen nicht selten um ein Mehrfaches übersteigt. Die Industrialisierung beschleunigt sich, aber auch der tertiäre Sektor entfaltet sich, weil Dienstleistungen, z. B. Programmierarbeiten und Telefondienste, hierher verlagert werden. Ein Problem ist jedoch die Abhängigkeit dieser Wirtschaftszweige von ausländischen Unternehmen. Denn als „verlängerte Werkbank” der westlichen Industrieländer bauen die Schwellenländer keine sich selbst tragenden Wirtschaftsstrukturen auf. Oft sind nur wenige Branchen, und diese sehr stark, vertreten, und die erhoffte Ausstrahlung auf andere Bereiche bleibt aus. Die Volkswirtschaften dieser Staaten sind daher besonders stark von internationalen Krisen betroffen. Dies hat etwa die Asienkrise 1997/98 gezeigt, die fast allen der zuvor als Musterstaaten gelungener Entwicklung angesehenen asiatischen Tigerstaaten schwer zusetzte.