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Konkurrenz

Konkurrenz, Wettbewerb von Individuen derselben Art oder verschiedener Arten um knappe biologische Ressourcen.

Organismen konkurrieren z. B. um Nahrung, Licht oder Paarungspartner. In manchen Pflanzen- und Tierpopulationen beanspruchen dominante Individuen den bevorzugten Zugang zu den vorhandenen Ressourcen und schließen andere ganz oder teilweise aus. In anderen Populationen dagegen werden Ressourcen annähernd gleichmäßig unter allen aufgeteilt. Man unterscheidet in Ökologie und Verhaltensforschung außerdem zwischenartliche (interspezifische) von innerartlicher (intraspezifischer) Konkurrenz. Erstere bezeichnet die Konkurrenz verschiedener Arten, in erster Linie um Nahrung bzw. Nährstoffe und Lebensraum. Letztere betrifft Individuen derselben Spezies, die zusätzlich oft um Geschlechtspartner konkurrieren. Die Auswirkungen dieser beiden Konkurrenzformen sind oft schwer auseinanderzuhalten, etwa bei der Ressource Raum: Ist ein bestimmter Standort (Biotop) frei, so konkurrieren Tiere und Pflanzen vieler Arten, bis sich die am besten angepassten Individuen durchgesetzt haben.

Ausgewachsene Einzelpflanzen beanspruchen eine bestimmte Menge an Licht, Feuchtigkeit und Nährstoffen an ihrem Standort, so dass andere Individuen dort häufig nicht keimen oder überleben können. Meist pendeln sich Populationen einer Art bei einer bestimmten Individuenzahl pro Flächeneinheit ein, die eine dauerhaft stabile, von den lokalen Gegebenheiten abhängige optimale Dichte darstellt. Auch chemische Stoffe spielen dabei eine Rolle, die etwa die Keimung von Samen in unmittelbarer Nähe verhindern können oder das Wurzelwachstum von Nachbarpflanzen hemmen. Ressourcenknappheit führt bei Tierpopulationen oft zur Aggression, zur Bildung sozialer Hierarchien und zu Revierverhalten, so dass dominante Individuen den Lebensraum in bestimmte Gebiete aufteilen, die nur sie bewohnen und die sie verteidigen. Untergeordnete oder ausgeschlossene Tiere sind dann gezwungen, in weniger günstigen Bereichen des Ökosystems zu leben, das Gebiet zu verlassen oder ohne die betreffende Ressource auszukommen (z. B. auf Fortpflanzung zu verzichten). Weil bei Konkurrenz um Paarungspartner bestimmte Eigenschaften gefördert werden, bedingt diese sexuelle Selektion auch morphologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern (siehe Geschlechtsdimorphismus).

Zwischenartliche Konkurrenz führt oft zur Aufteilung der Ressourcen innerhalb einer Gemeinschaft (Biozönose). So haben koexistierende (zusammen lebende) Pflanzenarten meist Wurzeln, die unterschiedlich tief in den Boden reichen. In Halbwüsten und Steppen wurzeln z. B. Gräser relativ flach, Sträucher und Bäume oder Kakteen dagegen tief, so dass beide Pflanzengruppen eine direkte Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe vermeiden. Bei einer Sukzession (siehe Ökologie) in Pflanzengesellschaften dominieren zunächst so genannte Pionierpflanzen, meist zahlreich keimende und rasch wachsende krautige Pflanzen, die aber relativ kurzlebig sind und wenig Konkurrenz ertragen. Im weiteren Verlauf werden sie schließlich großenteils durch konkurrenzfähigere, langlebige Arten ersetzt, zuerst meist Sträucher und schließlich Bäume.

Tierarten spezialisieren sich, um Konkurrenz zu vermeiden, beispielsweise auf eine bestimmte Nahrungsart oder -größe, einen Ort oder Zeitpunkt des Nahrungserwerbs oder ein eng umrissenes so genanntes Mikrohabitat; man bezeichnet eine solche Spezialisierung allgemein als ökologische Nische. Das Konkurrenzausschlussprinzip besagt dementsprechend, dass verschiedene Arten mit exakt gleichen Ansprüchen nicht in einem Lebensraum koexistieren können.

Siehe auch Populationsökologie; Soziobiologie