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Alphabetisierung

Alphabetisierung, Maßnahmen zur Beseitigung des Analphabetismus, meist in Form staatlicher Programme (zum Teil mit Unterstützung der UNESCO), vor allem in den Ländern der Dritten Welt.

Alphabetisiertsein ist ein grundlegendes Menschenrecht und Analphabetismus gilt als Haupthindernis für die soziale und gesellschaftliche Entwicklung. Nach einer weithin akzeptierten Definition der UNESCO gilt als analphabetisch oder illiterat eine Person, die eine einfache Bemerkung über ihr Alltagsleben nicht verstehend lesen oder schreiben kann. Die meisten Analphabeten sind so genannte primäre Analphabeten, d. h. Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend nicht Lesen und Schreiben lernen konnten. Es gibt aber auch sekundäre Analphabeten, die eine Einführung in die Kulturtechniken erhielten, dann aber aufgrund ihrer besonderen Lebensumstände die Schreib- und Lesefähigkeit wieder verloren haben. Als funktionale Analphabeten gelten Personen, die schriftsprachliche Anforderungen ihrer Umwelt nicht angemessen erfüllen können. Erfahrungen mit Alphabetisierungskampagnen in verschiedenen Ländern wie z. B. Kuba zeigen, dass es innerhalb von zwei Jahrzehnten möglich ist, den Analphabetismus großer Bevölkerungsschichten zu beseitigen.

Aufgrund traditioneller Rollenmuster sind Frauen wesentlich häufiger vom Analphabetismus betroffen als Männer. Entsprechende Programme bemühten sich in den letzten Jahren verstärkt um einen diesbezüglichen Ausgleich – nicht zuletzt nachdem man festgestellt hatte, dass ein höherer Bildungsgrad der Frau einen positiven Einfluss auf die Bewältigung des familiären Alltags, der Kindererziehung, der Gesundheit und Familienplanung (siehe Empfängnisverhütung) hat. Obwohl die Analphabetenquote in den letzten Jahrzehnten in zahlreichen Ländern rückläufig war, stieg u. a. aufgrund des Bevölkerungswachstums die absolute Zahl der Analphabeten in Entwicklungsländern erheblich.

Siehe auch Lesen und Schreiben