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Aymara

Aymara, auch Aymará oder Aimara, der indianischen Sprachfamilie Aru angehörende Sprache und Bevölkerung, zu der etwa zwei Millionen Menschen in Bolivien und Peru gerechnet werden.

Das heutige Hauptsiedlungsgebiet der Aymara erstreckt sich rund um den Titicacasee bis zum Salar de Uyuni, war jedoch vor der teilweisen Eroberung durch die Inka Anfang des 15. Jahrhunderts und der späteren Eroberung durch die spanische Kolonialmacht im Jahr 1538 weit größer. Im heutigen Verbreitungsgebiet befindet sich mit Tiahuanaco eine bedeutende präkolumbische archäologische Stätte. Aymara wird heute in Bolivien noch von etwa 20 Prozent der Einwohner gesprochen, nachdem ein großer Teil der indigenen Bevölkerung während der Kolonialzeit an den Folgen von Seuchen und Ausbeutung gestorben ist. Wirtschaftliche Grundlage ist zum einen der Anbau von Kartoffeln, Zwiebeln, Gerste und Quinoa sowie die Tierhaltung (Alpakas, Lamas, Schafe), zum anderen die Minenarbeit. Trotz jahrhundertelanger Missionierung konnten sich einige traditionelle Kulturelemente erhalten. Bei der städtischen Aymara-Bevölkerung hingegen ist eine größere Anpassung an urbane Lebensweisen zu beobachten.