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Bergpredigt

Bergpredigt, eine der berühmtesten und am häufigsten diskutierten Predigten des Neuen Testaments der Bibel. Von der Bergpredigt existieren zwei Versionen (Matthäus 5-7 und Lukas 6, 20-49), wobei die lukanische Fassung auch Feldpredigt genannt wird. Vermutlich gehen beide auf ein und dieselbe Quelle zurück, die innerhalb der Bibelwissenschaft als Spruch- bzw. Logienquelle Q bezeichnet wird. Ergänzung findet sie durch einige – wahrscheinlich judenchristliche – Sonderüberlieferungen, die heute jedoch nicht mehr benennbar sind. Trotz unterschiedlicher Länge, Ortsangaben und Reihenfolge der Redeteile weisen beide Überlieferungen identische Grundaussagen auf: Dazu gehören die Seligpreisungen, die Sprüche der Vergeltung und der Feindesliebe, die goldene Rede, die Sprüche über liebloses Richten, vom Fruchtbringen und das Schlussgleichnis vom Hausbau. Dennoch handelt es sich in beiden Fällen um literarische Umformungen und Kompositionen der Originalschriften, so dass der ursprüngliche Wortlaut nicht mehr rekonstruiert werden kann. Die Geschichte ihrer Exegese kreist vor allem um die Fragen des Adressaten sowie der Machbarkeit der radikalen Forderungen. Waren die apostolischen Väter und die Apologeten noch von deren Erfüllbarkeit überzeugt, so bestritten spätere Exegeten, die zwischen dem allgemeinen Volk und den auserwählten Adressaten differenzierten, gerade dies. Bezüglich des Gebots der Feindesliebe glaubte etwa Augustinus, dass nicht alle Feinde tatsächlich durch die Liebe errettbar seien, und es vergebens sei, für die „nicht heilbaren”, d. h. nicht errettbaren Gegner zu beten. Martin Luther schließlich versuchte einen Mittelweg zwischen den Extremen.