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| 2. | Theoretische Computerlinguistik |
Zentrales Betätigungsfeld der theoretischen Computerlinguistik ist die Überprüfung vorhandener Sprachbeschreibungen, also die Analyse vorhandener Grammatiken. Diese müssen gegebenenfalls so verändert werden, dass berechenbare Kategorien entstehen. Erforderlich sind solche Regelsysteme, die mit formalen (mathematischen) Methoden beschreiben, wie Sprachen aufgebaut sind, d. h., aus welchen Grundeinheiten sie bestehen und wie diese Einheiten miteinander kombiniert werden (formale Grammatiken). Beispiel: Der Mann sieht eine schöne Frau. Ein möglicher erster Ansatz einer syntaktischen Analyse ist:
S NP + VP: Der Mann + sieht eine schöne Frau
NP ART + N: der + Mann
VP V + NP: sieht + eine schöne Frau
NP ART + ADJ + N: eine + schöne + Frau
(S: Satz; NP: Nominalphrase; VP: Verbalphrase; ART: Artikel; N: Nomen; V: Verb; ADJ: Adjektiv)
In gleicher Weise werden verschiedene semantische Repräsentationen von Ausdrücken betrachtet und die berechenbaren Zusammenhänge zwischen syntaktischen und semantischen Strukturen untersucht. Hauptaufgabe der theoretischen Computerlinguistik ist also die Ausarbeitung von Grammatikformalismen, die genaue, von Einzelsprachen unabhängige Beschreibungen von Morphologie, Syntax und Semantik erlauben.