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Esperanto, Ende des 19. Jahrhunderts geschaffene, künstliche Welthilfssprache, die von dem polnischen Augenarzt Ludwig Lazarus Zamenhof (Pseudonym in Esperanto: „Der Hoffende”) 1887 entwickelt wurde. Durch eine möglichst einfache Struktur soll das Erlernen einer solchen Sprache erleichtert werden, was wiederum die bessere internationale Verständigung zum Ziel hat. Esperanto ist neben Volapük die bekannteste Welthilfssprache und beruht, im Gegensatz zu seinen rein künstlich gebildeten Vorgängern aus dem 17. Jahrhundert, auf schon vorhandenen (romanischen und germanischen) Sprachen. Obwohl Esperanto sehr weit verbreitet ist, die Angaben über die Sprecherzahl variieren zwischen 0,5 und 15 Millionen, und es auf Konferenzen und in eigenen Verbänden gepflegt wird, ist es nicht als offizielle Welthilfssprache anerkannt. In heutiger Zeit ist Englisch der größte Konkurrent des Esperanto als internationale Verständigungssprache.
Das System des Esperanto folgt dem Grundsatz der Einfachheit auf phonetischem, morphologischem und syntaktischem Gebiet. Der Wortschatz basiert auf romanischen und germanischen Elementen, die phonetische Realisierung verbindet und vereinfacht die originalen Silbenstrukturen. Der Akzent liegt immer auf der vorletzten Silbe. In der Grammatik des Esperanto gibt es 16 ausnahmslose Regeln. So gibt es z. B. nur einen Artikel und nur zwei Kasus: Nominativ und einen Objektskasus, Präpositionen ziehen immer den Nominativ nach sich. In der Morphologie können ungefähr 15 000 Wurzeln mit zehn Präfixen und 27 Suffixen kombiniert werden.