Euro
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Euro
2. Gestaltung der Banknoten und Münzen

Die Bezeichnung „Euro” wurde vom Europäischen Rat im Dezember 1995 in Madrid beschlossen, da der Vertrag von Maastricht noch keinen Namen für die einheitliche Währung festgelegt hatte. Die Auswahl der Banknotenmotive erfolgte durch die Staats- und Regierungschefs im Dezember 1996 in Dublin, die der Münzen im Sommer 1997.

Die vom Österreicher Robert Kalina entworfenen Eurobanknoten sind für alle Teilnehmerländer einheitlich gestaltet und besitzen keine nationalen Merkmale und Symbole. Sie werden von der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt/Main zu 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro ausgegeben und weisen als Ausdruck für Offenheit auf ihren Vorderseiten Fenster und Tore, als Ausdruck der Völkerverbindung auf ihren Rückseiten Brücken in jeweils unterschiedlichen Baustilen (Klassik, Romanik, Gotik, Renaissance, Barock und Rokoko, Eisen- und Glasarchitektur, moderne Architektur des 20. Jahrhunderts) auf. Bei den Abbildungen auf den Banknoten handelt es sich um rein symbolhafte Darstellungen, nicht um die Wiedergabe existierender Bauten. Diese Darstellungsform wurde gewählt, um keinen Eurostaat gegenüber anderen zu benachteiligen. Die 5-Euro-Banknote wurde der Klassik gewidmet, der Hochkultur der griechisch-römischen Antike. Für die 10-Euro-Banknote wurde als Stilepoche die Romanik gewählt, für die 20-Euro-Banknote die Gotik und für die 50-Euro-Banknote die Renaissance. Barock und Rokoko sind das Thema der 100-Euro-Banknote, die 200-Euro-Banknote spiegelt die Eisen- und Glasarchitektur des 19. Jahrhunderts wider, und die 500-Euro-Banknote schließlich greift die moderne Architektur des 20. Jahrhunderts auf.

Die von den Regierungen der beteiligten Staaten ausgegebenen Münzen sind nur auf ihren Vorderseiten einheitlich gestaltet, während die Rückseiten nationale Motive tragen. Alle Münzen, gleich welchen Herkunftslandes, gelten im gesamten Euroraum. Die vom belgischen Banknotendesigner Luc Luycx erarbeiteten Vorderseiten zeigen neben dem jeweiligen Münzwert (1, 2, 5, 10, 20, 50 Cent, 1 und 2 Euro) Landkarten der Europäischen Union in verschiedenen Formen, umrahmt von den zwölf Sternen, darunter „Europa in der Relation zur Welt” (1, 2, 5 Cent), „die Union als Gruppe individueller Nationen” (10, 20, 50 Cent) und „Europa ohne Grenzen” (1 und 2 Euro).

Die Rückseiten der Münzen wurden jeweils von den beteiligten Ländern entworfen. Hierbei kam es zu ganz unterschiedlichen Lösungen: Einige Staaten, wie Griechenland, statteten jede der Münzen mit einem anderen Motiv aus. Andere Staaten, z. B. Irland, verwendeten nur ein Motiv für alle nationalen Rückseiten. Deutschland entschied sich für einen Mittelweg, und zwar für drei verschiedene Motive: Die 1-, 2- und 5-Eurocent-Stücke bilden auf den nationalen Rückseiten Eichenlaub ab, ein Motiv, das von den Pfennigstücken übernommen wurde, was insbesondere die Kontinuität der Währung verdeutlichen soll. Eiche und Eichenblätter haben in Deutschland eine lange Tradition auf Geldstücken. Schon auf preußischen Talern ab 1809 ist ein Eichenkranz zu sehen. Die nationalen Rückseiten der 10-, 20- und 50-Eurocent-Stücke zeigen das Brandenburger Tor, das Wahrzeichen Berlins, und auf den 1- und 2-Euro-Münzen ist der Bundesadler abgebildet. In Österreich trägt jede Euromünze ein eigenes Motiv. Die Rückseiten der 1-, 2- und 5-Eurocent-Geldstücke schmücken Pflanzendarstellungen, und zwar Enzian, Edelweiß und Primel. Auf den 10-, 20- und 50-Eurocent-Münzen sind Bauwerke zu sehen. Die 10-Eurocent-Münze zeigt den Stephansdom in Wien, die 20-Eurocent-Münze Schloss Belvedere, ein Musterbeispiel barocker Architektur, das zudem die staatliche Souveränität Österreichs symbolisiert, denn hier wurde 1955 der Österreichische Staatsvertrag unterzeichnet. Auf der 50-Eurocent-Münze ist das Gebäude der Wiener Secession abgebildet. Es steht als Symbol für die Geburt des Jugendstils in Österreich. Zwei bedeutende Persönlichkeiten sind dann auf den österreichischen 1- und 2-Euro-Münzen zu sehen. Das 1-Euro-Geldstück zeigt Wolfgang Amadeus Mozart, die 2-Euro-Münze die Schriftstellerin und Friedensnobelpreisträgerin Bertha Freifrau von Suttner.