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Filchner-Ronne-Schelfeis

Filchner-Ronne-Schelfeis, Schelfeistafel in der Antarktis, südlich des Weddellmeeres.

Das gesamte Gebiet ist 449 000 Quadratkilometer groß und umfasst das Filchner-Schelfeis im Osten und das Ronne-Schelfeis im Westen. Von der Schelfeistafel, die von Gletschern genährt wird, werden zahlreiche Inseln (z. B. Berkner-Insel) eingeschlossen. Das Filchner-Ronne-Schelfeis wird von Palmerland im Westen, Ellsworthland im Südwesten, Edith-Ronne-Land im Süden und Coatsland im Osten umschlossen. Das Filchner-Schelfeis wurde nach dem deutschen Forscher Wilhelm Filchner (1877-1957) benannt, der 1912 eine Antarktis-Expedition leitete. Genauere Untersuchungen wurden aber erst seit dem Internationalen Geophysikalischen Jahr (1957/58) durchgeführt, als im Gebiet des Filchner-Ronne-Schelfeises ganzjährig besetzte Forschungsstationen (u. a. von Argentinien) eingerichtet wurden. Deutschland unterhielt die 1982 aufgebaute Filchner-Sommerstation an der Schelfeisgrenze zum Weddellmeer.

Am 13. Oktober 1998 brach eine etwa 150 × 35 Quadratkilometer große und 200 bis 400 Meter mächtige Eisinsel vom Filchner-Ronne-Schelfeis ab. Auf dieser Eismasse befand sich die deutsche Filchner-Sommerstation. Sie wurde abgebaut und nach Bremerhaven transportiert. Damit entsprach die Bundesrepublik Deutschland dem Antarktis-Vertrag, der die Entsorgung nicht mehr genutzter Stationen vorsieht.