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Friedrich Freiherr von Logau

Friedrich Freiherr von Logau, auch Salomon von Golaw, (1604-1655), deutscher Dichter, geboren im Juni 1604 auf Gut Brockuth im Herzogtum Brieg. Logau entstammte einer angesehenen schlesischen Adelsfamilie. Sein Studium der Rechtswissenschaften – vermutlich in Altdorf – wurde durch die Unruhen des Dreißigjährigen Krieges mehrfach unterbrochen. Um 1633 übernahm er das verschuldete väterliche Gut, musste es aber bald wegen Plünderungen durch die Truppen Wallensteins verlassen und trat als Hofbeamter zunächst in die Dienste des Herzogs Johann Christian von Brieg, später von dessen Sohn Ludwig ein. In seinem letzten Lebensjahr wirkte er als Regierungsrat und Marschall am Liegnitzer Hof. Logau, der seit 1648 Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft” war, gilt als der bedeutendste Epigrammatiker des 17. Jahrhunderts; seine 1638 in Breslau erschienene Sammlung von Spruchgedichten (Zwey Hundert Teutscher Reimen-Sprüche) enthält wie auch sein Hauptwerk Deutscher Sinn-Getichte Drey Tausend (1654) satirisch-zeitkritische, patriotische und sittlich-religiöse Epigramme, die sich lehrhaft gegen Krieg, Sittenverwilderung, konfessionelle Intoleranz und soziale Ungerechtigkeit wenden. Logau starb am 24. Juli 1655 in Liegnitz. Sein Werk wurde von Lessing und Karl Wilhelm Ramler wiederentdeckt, die 1759 in Leipzig eine Auswahl seiner Sinngedichte herausbrachten.