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Nachtaktive Tiere, Tiere, die während der Nacht Nahrung oder Sexualpartner suchen oder anderweitige Aktivitäten zeigen. Findet ein derartiges Verhalten in der Dämmerung statt, spricht man von Dämmerungsaktivität. Tagsüber ruhen nachtaktive Tiere oftmals und halten sich meist versteckt. Unter den Wirbeltieren sind insbesondere viele Säugetiere nachtaktiv.
Nachtaktivität erfordert spezielle Anpassungen von Sinnesorganen. So finden sich oft besondere Anpassungen der Augen, die einer Erhöhung der Lichtempfindlichkeit dienen: Viele nachtaktive Tiere haben nicht nur große Augen, sondern besitzen auch einen hohen Anteil an Stäbchenzellen. Manche dieser Arten verfügen sogar über eine ausschließlich mit Stäbchenzellen besetzte Netzhaut, wie Fledertiere, Maulwürfe und Geckos. Diese Zellen weisen eine hohe Konzentration des Sehpurpurs auf, befähigen jedoch nicht zum Farbensehen. Eine Sonderbildung der Augen vieler Nachttiere ist das in der Aderhaut gelegene Tapetum lucidum: Aufgrund dieser Schicht wird das Licht erneut durch die Netzhaut (Retina) reflektiert und damit wirksamer ausgenutzt. Das Tapetum lucidum bewirkt das nächtliche Leuchten von Katzenaugen. Weitere Anpassungen an das Nachtleben sind Tasthaare, akustische Orientierungssysteme (Echoortung der Fledermäuse) oder die auffallende Morphologie der Fühler männlicher Nachtfalter (zum Wahrnehmen der von Weibchen ausgesandten Pheromone).
Nachtaktivität kann eine zeitliche Einnischung darstellen (Ökologie), um tagaktiven Fressfeinden zu entgehen. Zudem vermeiden nachtaktive Arten die Konkurrenz mit tagaktiven Spezies. Darüber hinaus kann Nachtaktivität, wie bei vielen Wüstentieren, eine Anpassung an Lebensräume sein, in denen tagsüber extreme Trockenheit und Hitze herrschen. Durch menschliche Störungen und Bejagung wurden viele ursprünglich tagaktive Säugetiere zu nacht- oder dämmerungsaktiven Tieren, wie beispielsweise der Rotfuchs.