Pflanzenschutzmittel
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Pflanzenschutzmittel
2. Chemische Pflanzenschutzmittel

Chemische Pflanzenschutzmittel werden in erster Linie im Getreide-, Obst- und Gemüseanbau eingesetzt, aber u. a. auch auf Baumwoll-, Kautschuk- und Tabakplantagen. Weltweit werden rund die Hälfte aller Pflanzenschutzmittel in Getreide-, Soja- und Baumwollkulturen verwendet. In der Forstwirtschaft kommen Pflanzenschutzmittel nur selten zum Einsatz, allenfalls dann, wenn ein Wald durch die Massenvermehrung einer Schädlingsart bedroht ist. Man unterscheidet u. a. Pflanzenschutzmittel gegen Unkräuter (Herbizide), Pilze (Fungizide), Insekten (Insektizide), Nagetiere (Rodentizide) und Bakterien (Bakterizide).

Viele der eingesetzten Stoffe töten die Schädlinge oder machen sie z. B. durch Insektenhormone unfruchtbar. Im Gegensatz zu solchen Kontaktgiften werden so genannte systemische Mittel von der Pflanze aufgenommen und dann als Fraßgift weitergegeben. Manche Herbizide wirken auch auf den Stoffwechsel der unerwünschten Pflanze: Phenoxy-Carbonsäuren beispielsweise ahmen die Wirkung von Pflanzenhormonen nach und haben ein übermäßiges Wachstum zur Folge, so dass das Unkraut an Nährstoffmangel zugrunde geht. Pflanzenschutzmittel variieren in ihrer chemischen Struktur. Die meisten enthalten anorganische Metallverbindungen, Phosphorsäureester, halogenierte und heterocyclische Kohlenwasserstoffe sowie Pyrethroide.

Pflanzenschutzmittel gehören zu den kommerziell wichtigsten Erzeugnissen der chemischen Industrie. Allein in Deutschland werden jedes Jahr mehr als 80 000 Tonnen Pflanzenschutzmittel hergestellt und rund 25 000 Tonnen eingesetzt. Der Einsatz steigt vielerorts seit Jahrzehnten stetig an, u. a. weil sich Schädlinge in den vorherrschenden Monokulturen leicht ausbreiten. Verlässliche Ernten werden außerdem immer wichtiger, da die Zahl der Weltbevölkerung kontinuierlich steigt.

Siehe auch Pestizide; Schädlingsbekämpfung; Unkrautbekämpfung