Suchansicht Reliquiar

Wenn Sie nach einem bestimmten Wort, Namen bzw. Thema in diesem Artikel suchen möchten, wählen Sie in Ihrem Browser die entsprechende Option für Suche innerhalb der Seite. Im Internet Explorer finden Sie diese Option im Menü Bearbeiten.

Bei der Suche wird genau das Wort bzw. die Phrase berücksichtigt, das (die) Sie eingegeben haben. Sollte die Suche keine Ergebnisse zeitigen, versuchen Sie, nach einem Schlüsselwort in Ihrem Thema zu suchen bzw. die Schreibung des betreffenden Wortes oder Namens zu überprüfen.

Reliquiar

Reliquiar, künstlerisch gestalteter Behälter zur Aufbewahrung und zum Teil auch Ausstellung einer Reliquie. Reliquiare fanden vor allem im Mittelalter weite Verbreitung. Waren im Frühmittelalter noch einfachere Behältnisse wie Taschen, Beutel, Medaillons, Fläschchen, Kästchen oder Büchsen üblich, so entwickelten sich im 12. Jahrhundert zahlreiche Typen prunkvoller Reliquiare aus wertvollen Materialien wie Gold mit Edelsteinschmuck. Reliquienschreine nahmen nun, von der Kasten- oder Truhenform ausgehend, die Gestalt modellhafter Architekturen an, wie miniaturisierte Basiliken, teilweise mit Kuppel, Kathedralen oder Türme.

Die besonders im Hochmittelalter verbreiteten „redenden” Reliquiare deuteten durch ihre Form auf den Charakter der Reliquie hin; so gab es Arm-, Hand-, Finger-, Schädel-, Fuß-, Rippenreliquiare für Knochen oder Knochenteile, wie auch Kreuz-, Nagel- und Stabreliquiare (Petrusstab). Weiterhin wurden sie als Kopf-, Büsten- und ganzfigurige Reliquiare gestaltet. Im Spätmittelalter kamen spezielle Typen auf, wie der Reliquienschrank, die Reliquienikone; in einzelnen Fällen wurden ganze Altäre als Reliquienaltäre gestaltet. Die Sichtbarkeit der Reliquie gewann erst im 13. Jahrhundert an Bedeutung. Der gesteigerten Schaulust des Barock kam der Glassarkophag mit einem kunstvoll drapierten und dekorierten Skelett entgegen.