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Swahili

Swahili, früher auch Suaheli, (von arabisch: sawahili, „Küstenbewohner”), Bezeichnung für die Bewohner der afrikanischen Küstenregionen des Indischen Ozeans. Ihre Sprache, Kiswahili oder Swahili, ist eine Bantusprache mit zahlreichen arabischen Lehnwörtern und gehört mit etwa 40 Millionen Sprechern zu den bedeutendsten Verkehrssprachen Ostafrikas. Die insgesamt mehrere Millionen zählenden Swahili sind heute in den ostafrikanischen Küstenregionen zwischen Mogadishu im Norden (Somalia) bis nach Beira (Moçambique) sowie auf den dem Festland vorgelagerten Inseln ansässig.

Ihre Vorfahren waren südarabische, später auch persische Kaufleute, die sich vor allem seit dem 8. und 9. Jahrhundert in mehreren Wellen an der ostafrikanischen Küste niederließen und sich mit den dort ansässigen bantusprachigen Ethnien vermischten. In der Folge entstand eine islamisierte, von arabischen und persischen Kultureinflüssen geprägte, patrilinear organisierte Bevölkerung, deren Wirtschaft einerseits auf Fischerei, Handwerk und Landwirtschaft basierte, die andererseits jedoch eine vitale Rolle im lokalen und im internationalen Fernhandel spielte, der an der ostafrikanischen Küste bereits in der ersten Jahrhunderten n. Chr. nachgewiesen werden kann. Nachdem die von den Swahili gegründeten Stadtstaaten, so etwa Kilwa im heutigen Tansania, im 16. Jahrhundert ihre Handelsmonopole zeitweise an die Portugiesen verloren hatten, konnten sie später ihre Handelstätigkeit in der Region und im Hinterland ausbauen. So sind oftmals die in älteren, Ostafrika betreffenden Quellen als Araber bezeichneten Händler Swahili gewesen, so die im heutigen Tansania nördlich des Flusses Rovuma tätigen „arabischen” Händler, die zumeist Mrima Swahili von der Küste gegenüber Sansibar gewesen waren. Wichtigste Fernhandelsgüter waren Elfenbein, Gold und vor allem ab dem 18. Jahrhundert Sklaven, die u. a. gegen indische Baumwollstoffe (dhoti) gehandelt wurden. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das unter der Herrschaft von Sultan Sayyid Said bin Sultan von Maskat (1804-1856) stehende Sultanat von Sansibar und Pemba zum bedeutendsten Handelsplatz im Süden der ostafrikanischen Küste. Man errichtete Gewürznelkenplantagen und Kopra-Industrien, was einen erheblichen Bedarf an Sklaven schuf. Im Gegensatz zu den Swahili-Staaten Angoche im Norden des heutigen Moçambique oder Kilwa im heutigen Tansania war der Sklavenexport auf Sansibar schon Anfang des 19. Jahrhundert fast eingestellt worden.

Mit Beginn des Kolonialismus in Ostafrika verloren die Swahili ihre wirtschaftliche Vormachtstellung an der Küste, der internationale ostafrikanische Fernhandel wurde im Zuge der Kolonialisierung zerschlagen. Heute bietet neben der Landwirtschaft und der Fischerei vor allem in Kenia und Tansania der Tourismus eine weitere Einkommensquelle.