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William Friedkin

William Friedkin (*1935), amerikanischer Film- und Opernregisseur. Seine bekanntesten Filme sind The French Connection (1971; Brennpunkt Brooklyn) und The Exorcist (1973; Der Exorzist).

Friedkin wurde am 29. August 1935 in Chicago (Illinois) geboren. Schon in jungen Jahren fand er eine Anstellung bei einem lokalen Fernsehsender, für den er bei verschiedenen TV-Produktionen die Regie übernahm. Bereits sein erster Dokumentarfilm The People vs. Paul Crump (1962) über einen in der Todeszelle auf seine Hinrichtung wartenden Mann erregte großes Aufsehen und führte dazu, dass Crumps Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt wurde. 1965 ging Friedkin nach Hollywood, wo er u. a. bei den letzten Folgen von Alfred Hitchcocks populärer Fernsehshow The Alfred Hitchcock Hour Regie führte. Sein Spielfilmdebüt gab er mit dem Sonny-und-Cher-Musikfilm Good Times (1967; Good Times). Es folgten weitere Kinofilme, mit denen Friedkin sich als Regisseur etablierte.

Der internationale Durchbruch gelang Friedkin, Spezialist für gewalttätige Jagd- und Verfolgungsszenarien, mit dem rasanten Kriminalfilm The French Connection (1971; Brennpunkt Brooklyn) mit Gene Hackman als fanatischem Drogenfahnder, der zu einem weltweiten Kassenschlager wurde. Mit seinem fast dokumentarischen Charakter (Verzicht auf Studiokulissen, Verwendung der Handkamera) war das Werk ein wichtiger Beitrag zur „New-Hollywood”-Bewegung. Der Film wurde mit fünf Oscars ausgezeichnet, darunter als bester Film und für die beste Regie. Eine weitere Oscar-Nominierung sowie einen Golden Globe erhielt Friedkin für den Okkultismushorrorfilm The Exorcist (1973; Der Exorzist, mit Ellen Burstyn und Max von Sydow) über einen Exorzismus bei einem von einem Dämon besessenen zwölfjährigen Mädchen. Der Psychoschocker wurde zu einem Meilenstein der Thrillergeschichte; allein in den USA spielte der Film über 84 Millionen US-Dollar ein.

Nach diesen beiden Meisterwerken galt Friedkin als Regisseur von Weltrang, mit seinen folgenden Filmen konnte er jedoch weder kommerziell noch künstlerisch auch nur annähernd an diese Erfolge anknüpfen. Sowohl The Sorcerer (1977; Atemlos vor Angst, ein Remake von Henri-Georges Clouzots Drama Lohn der Angst von 1952) als auch die Krimikomödie The Brinks Job (1978; Das große Dings bei Brinks, mit Peter Falk und Gena Rowlands) als auch der umstrittene Sadomaso-Homosexuellenthriller Cruising (1980; Cruising) mit Al Pacino als auch die satirische Waffengeschäftskomödie Deal of the Century (1983; Das Bombengeschäft) wurden Flops. Erst mit dem effektvoll inszenierten, schonungslosen Polizeithriller To Live and Die in L.A. (1985; Leben und Sterben in L.A., mit Willem Dafoe) konnte Friedkin Publikum und Kritik wieder überzeugen. Doch danach blieb er wieder hinter den Erwartungen zurück; keine seiner folgenden Arbeiten, wie der Horrorfilm The Guardian (1989; Das Kindermädchen), der Sportfilm Blue Chips (1993; Blue Chips), der Actionfilm Jailbreakers (1994; Jailbreakers – Jung und vogelfrei), der Erotikthriller Jade (1995; Jade), das propagandistische militärische Justizdrama Rules of Engagement (2000; Rules – Sekunden der Entscheidung) und das blutige Männerdrama The Hunted (2003; Die Stunde des Jägers), setzte sich an den Kinokassen durch. Lediglich mit Fernsehfilmen setzte Friedkin noch Akzente, so mit dem engagierten Justizthriller Rampage (1987; Rampage – Anklage Massenmord) oder dem Remake von Sidney Lumets Gerichtsfilmklassiker von 1957 12 Angry Men (1997; Die 12 Geschworenen), für das er u. a. Jack Lemmon und Armin Mueller-Stahl verpflichten konnte.

Friedkin war mit den Schauspielerinnen Jeanne Moreau (1977-1979) und Lesley-Ann Downe (1982-1985) verheiratet. In dritter Ehe ist er seit 1991 mit Sherry Lansing verbunden, die als Paramount-Chefin zu den mächtigsten Frauen im Filmgeschäft zählt. Seit Ende der neunziger Jahre ist Friedkin auch als Opernregisseur tätig. Er inszenierte u. a. Alban Bergs Wozzeck (Florenz, 1998; musikalische Leitung Zubin Mehta), Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg und Giacomo Puccinis Gianni Schicchi (Los Angeles, 2002; Leitung Kent Nagano), Giuseppe Verdis Aida (Turin, 2005) sowie – erneut unter dem Dirigat Naganos – Wolfgang Rihms Das Gehege und Richard Strauss’ Salome (München, 2006).