Hautkrankheiten
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Hautkrankheiten
2. Hautentzündungen (Dermatitiden) und Reaktionen auf physikalische oder chemische Reizung

Hautentzündung oder Dermatitis geht mit Rötung, Juckreiz oder Nässen einher. Sie rührt oft von physikalischer oder chemischer Einwirkung her, durch Kontakt mit Industrieprodukten oder mit pflanzlichen Giften, wie z. B. dem Gift des Giftsumachs oder durch Sonnenbrand, der durch eine Überdosis ultravioletter Strahlung hervorgerufen wird. Vor allem Sonnenbrände erhöhen das Risiko von Hautkrebs. Sonnenbrand gehört zu den Lichtdermatosen, das sind Hautkrankheiten, die durch die Ultraviolettstrahlung des Sonnenlichtes ausgelöst werden. Eine andere Lichtdermatose ist die Lichtallergie oder Sonnenallergie, eine oftmals mit Juckreiz verbundene allergische Hautreaktion, die mit Pusteln, Bläschen oder flechtenartigem Ausschlag einhergeht. Eine Sonnenallergie kann Folge der Einnahme von Antibiotika oder Johanniskrautextrakt sein. Sie wird mit Hydrocortison behandelt, Betroffene dürfen sich entweder gar nicht der Sonne aussetzen oder müssen Sonnenschutzmittel mit sehr hohem Lichtschutzfaktor verwenden. Zu Hautveränderungen durch Kälteeinwirkung siehe Erfrierungen.

Die Wiesengrasdermatitis wird durch Pflanzenextrakte und anschließende Sonnenbestrahlung verursacht, vorwiegend bei Menschen, die viel mit Pflanzen in Berührung kommen. Eine Kontaktdermatitis kann durch einen primären chemischen Reiz entstehen oder eine verzögerte allergische Reaktion sein. Sie kann auch durch Bekleidungsteile (Jeansknopf, Büstenhalterverschluss) oder Modeschmuck verursacht werden und zählt zu den Ekzemen.

Die seborrhoische Dermatitis, eine entzündliche, schuppende Erkrankung der Kopfhaut, des Gesichts und gelegentlich anderer Körperpartien, ist eine der häufigsten Hautkrankheiten überhaupt. Sie verläuft wechselhaft, abhängig auch von Klima und psychischen Faktoren. Trotz der Bezeichnung sind Zusammensetzung und Absonderung des Talges bei dieser Erkrankung normal (im Gegensatz zur Seborrhö).

Verschiedene Arzneimittel können Entzündungsreaktionen der Haut auslösen. Eine lebensbedrohliche Hauterkrankung, bei der durch Absterben, Ablösung und Blasenbildung großer Teile der Oberhaut (Epidermis) ausgedehnte offene Flächen entstehen, ist die toxische epidermale Nekrolyse. Sie wird gewöhnlich durch Arzneimittelreaktionen (z. B. auf Sulfonamide oder Antiepileptika) ausgelöst. Eine schwere Allgemeinreaktion mit Schüttelfrost, Muskelschmerzen und Fieber begleitet die Hautablösung. Bei Beteiligung der Augenbindehäute besteht Erblindungsgefahr. Die betroffenen Hautpartien ähneln häufig Brandwunden zweiten Grades. Auch innere Organe wie Milz, Lunge, Nieren und Herz sind betroffen.