Suchansicht Kim Dae Jung

Wenn Sie nach einem bestimmten Wort, Namen bzw. Thema in diesem Artikel suchen möchten, wählen Sie in Ihrem Browser die entsprechende Option für Suche innerhalb der Seite. Im Internet Explorer finden Sie diese Option im Menü Bearbeiten.

Bei der Suche wird genau das Wort bzw. die Phrase berücksichtigt, das (die) Sie eingegeben haben. Sollte die Suche keine Ergebnisse zeitigen, versuchen Sie, nach einem Schlüsselwort in Ihrem Thema zu suchen bzw. die Schreibung des betreffenden Wortes oder Namens zu überprüfen.

Kim Dae Jung

Kim Dae Jung (*1925), Staatspräsident von Südkorea (1998-2003), Friedensnobelpreisträger des Jahres 2000.

Kim Dae Jung wurde am 3. Dezember 1925 als Sohn eines Kleinbauern in der Provinz Cholla geboren. Bereits in den sechziger Jahren trat er als Oppositionspolitiker gegen das Militärregime von General Park Chung Hee in Erscheinung und entwickelte sich zu einem der führenden Köpfe in der koreanischen Demokratiebewegung. 1973 von Geheimdienstagenten im Exil in Tokyo entführt, wurde er bis zur Ermordung des Diktators Park 1979 je nach Intensität der internationalen Proteste unter Hausarrest oder im Gefängnis gehalten. 1980 wurde er als angeblicher Anführer der blutigen Unruhen gegen das Militärregime von General Chun Doo Hwan zum Tod verurteilt, 1982 jedoch auf internationalen Druck hin in die USA entlassen; 1985 durfte er nach Südkorea zurückkehren.

Trotz erneuter Schikanen gelang es Kim Dae Jung 1987 zusammen mit einem Rivalen, Kim Young Sam, die erste freie Direktwahl des Staatspräsidenten zu erzwingen, aus der jedoch wegen der Zersplitterung der Opposition der ehemalige General Roh Tae Woo als Sieger hervorging. Zu Rohs Nachfolger wurde 1992 Kim Young Sam gewählt – Kim Dae Jung hatte sich wie auch schon 1987 erfolglos zur Wahl gestellt. Mit seiner repressiven Arbeitsgesetzgebung löste Kim Young Sam 1997 eine landesweite massive Protestwelle aus; Kim Dae Jung stellte sich auf die Seite der Arbeiter, schloss ein Bündnis seines Nationalkongresses für Neue Politik (NCNP) mit den Vereinigten Liberaldemokraten (ULD) unter Kim Jong Pil und setzte sich bei den Präsidentschaftswahlen im Dezember 1997 gegen den Kandidaten des Regierungslagers durch. Er versprach eine nationale Aussöhnung und erließ kurz nach seiner Amtsübernahme im Februar 1998 ein Amnestiegesetz, von dem auch die ehemaligen Militärmachthaber Chun Doo Hwan und Roh Tae Woo profitierten. Des Weiteren nannte Kim Dae Jung die Demokratisierung seines Landes sowie die Überwindung der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise als vordringlichste Aufgaben seiner Regierung und nicht zuletzt eine neue Politik gegenüber Nordkorea, von im selbst als „ Sonnenscheinpolitik” bezeichnet.

Die Parlamentswahlen im April 2000 bestätigten Kim Dae Jungs Kurs, der u. a. eine nachhaltige Erholung der südkoreanischen Wirtschaft bewirkt hatte: Seine Partei, inzwischen umbenannt in Millenniums-Demokratische Partei (MDP) gewann eine Reihe von Sitzen hinzu, wurde allerdings nur zweitstärkste Fraktion nach der größten Oppositionspartei, der Großen Nationalen Partei (GNP), die nur knapp die absolute Mehrheit verfehlte, so dass Kim Dae Jung nun zumindest fallweise zur Zusammenarbeit mit der Opposition gezwungen war. Zu Kim Dae Jungs Wahlerfolg hatte auch die Ankündigung eines Gipfeltreffens mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Il beigetragen; diese Ankündigung weckte bei der gesamten koreanischen Bevölkerung große Hoffnungen auf eine allmähliche Entspannung der Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea.

Das angekündigte Gipfeltreffen, das erste eines nord- mit einem südkoreanischen Staatschef, fand im Juni 2000 in Pjöngjang statt. Auf dem Treffen unterzeichneten Kim Dae Jung und Kim Jong Il eine „Gemeinsame Erklärung”, in der sie eine mögliche Wiedervereinigung ihrer beiden Länder als Fernziel festschrieben, außerdem eine engere Zusammenarbeit auf humanitärem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet vereinbarten. Erste konkrete Maßnahmen, wie z. B. Austauschbesuche getrennter Familien oder der Beginn der Wiederherstellung der Eisenbahnverbindung zwischen Nord und Süd sowie eine Reihe weiterer Nord-Süd-Treffen auf Minister- und Delegiertenebene folgten.

Im Oktober 2000 wurde Kim Dae Jung für seinen lebenslangen Einsatz für die Demokratie und für seine Versöhnungspolitik gegenüber Nordkorea mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Einen schweren Rückschlag erfuhr Kim Dae Jungs „Sonnenscheinpolitik” im September 2001, als das Parlament mit großer Mehrheit, d. h. auch Teile der Regierungskoalition, für einen von der Opposition eingebrachten Misstrauensantrag gegen den Vereinigungsminister Lim Dong Won, einen der Architekten der Versöhnungspolitik, stimmte. Kurz darauf reichte das gesamte Kabinett seinen Rücktritt ein, aber schon wenig später konnte Kim eine neue Regierung präsentieren, die in den wesentlichen Positionen unverändert blieb. Neuer Vereinigungsminister wurde Hong Soon Young, ebenfalls ein Verfechter der „Sonnenscheinpolitik”. Im Oktober 2001 verlor Kim Dae Jung durch die Niederlage seiner MDP bei den Parlamentsnachwahlen an Rückhalt im Parlament; in der Folge trat er vom Parteivorsitz zurück.

Eine Reihe weiterer Regierungsumbildungen, mit denen Kim Dae Jung den innen- und außenpolitischen Rückschlägen sowie der schlechten Wirtschaftslage zu begegnen suchte, scheiterten teilweise am nun von der Opposition dominierten Parlament; so wurde z. B. 2002 erst der dritte der von Kim präsentierten Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten vom Parlament bestätigt. Kleine Fortschritte dagegen gab es in der Versöhnungspolitik gegenüber Nordkorea: Im September 2001 wurden die seit einem halben Jahr unterbrochenen Gespräche mit Nordkorea wieder aufgenommen.

Im Dezember 2002 wurde Kims Parteifreund Roh Moo-hyun zum neuen Staatspräsidenten gewählt; am 25. Februar 2003 trat Roh offiziell die Nachfolge Kims im Amt des Staatspräsidenten an.