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Relais

Relais, elektromagnetische Schaltvorrichtung mit einem oder mehreren Kontakten, die Arbeits- oder Ruhestromkreise öffnen und schließen.

Ein Relais wird gewöhnlich durch einen Elektromagneten betätigt, der mit einem beweglichen Anker die Kontakte des Relais schließt oder öffnet. Relais gibt es in mehreren Varianten, die sich im Wesentlichen durch die Gestaltung des Ankers und die Einwirkung des Magnetfeldes auf die Kontaktfedern unterscheiden. Gewöhnliche Relais bestehen aus einer Relaisspule mit einem Eisenkern, einem Joch, das den beweglichen Teil des Ankers trägt. Zwischen Anker und der Vorderseite des Eisenkerns wirkt dann die Anziehungskraft der magnetischen Pole. Wenn Strom fließt, zieht der Magnetismus den Anker an den Eisenkern. Ohne Spulenstrom fällt der Anker durch die elastische Spannung der Kontaktfedern wieder von der Spule ab.

Beim so genannten Reed-Relais wirkt das Magnetfeld im Inneren einer Relaisspule direkt auf die aus magnetischem Material bestehenden Kontaktfedern. Die Kontaktfedern sind in ein Glasröhrchen eingeschmolzen, das in das Innere der Relaisspule hineinpasst. Reed-Relais haben einen wesentlich geringeren Platzbedarf und werden wegen ihres hervorragenden elektrischen Verhaltens vor allem beim Aufbau elektronischer Fernsprechvermittlungsanlagen eingesetzt.

In den ersten digitalen informationsverarbeitenden Anlagen wurden die erforderlichen Operationen (UND, ODER, NOT) durch Relais ausgeführt. Der Zuse Z3 (siehe Konrad Zuse) verfügte 1941 über 2 600 Relais, IBM’s (International Business Machines) Mark II hatte 1948 über 13 000 Relais.