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Vincent Price (1911-1993), amerikanischer Schauspieler. Bekannt wurde er vor allem durch seine Rollen in opulenten Horrorfilmen nach Motiven von Edgar Allan Poe. Insgesamt spielte er in etwa 150 Kino- und Fernsehproduktionen mit.
Price wurde am 27. Mai 1911 als Sohn eines Fabrikanten in Saint Louis (Missouri) geboren und genoss eine behütete Kindheit; seine Eltern machten den späteren Kunstsammler, nicht zuletzt durch Reisen nach Europa, mit der bildenden Kunst vertraut. 1933 studierte Price zunächst Kunstgeschichte und Englisch an der Yale University, danach für zwei Jahre in London. Seit 1935 sammelte er erste Bühnenerfahrung in London und New York. 1938 spielte Price am Mercury Theater von Orson Welles in The Shoemaker’s Holiday; im gleichen Jahr kam der Film Service de Luxe mit dem bereits etablierten Theaterschauspieler in die Kinos. Es folgten Auftritte in Historienfilmen, darunter The Private Lives of Elizabeth and Essex (1939; Günstling einer Königin) unter der Regie von Michael Curtiz, in Irving Pichels Hudson’s Bay (1941) oder in The Song of Bernadette (1943; Das Lied der Bernardette), eine Literaturverfilmung von Henry King nach dem gleichnamigen Roman von Franz Werfel. 1939 bekam er die Hauptrolle des unsichtbaren Privatdetektivs in Joe Mays The Invisible Man Returns, eine Rolle, die er in Abbot and Costello Meet Frankenstein (Abbot und Costello treffen Frankenstein; mit Bela Lugosi) 1948 selbst parodierte; 1944 spielte er in Otto Premingers Laura einen Gigolo. 1949 heiratete Price die Modedesignerin Mary Grant Price, mit der er mehrere Kochbücher verfasste (von 1938 bis 1948 war er bereits mit der Schauspielerin Edith Barrett verheiratet gewesen). Der Durchbruch beim Film gelang 1953 mit der Rolle des kranken Künstlers im Thriller House of Wax (Das Kabinett des Professor Bondi), mit dem er sich endgültig dem Horrorgenre zuwandte. Während dieser Zeit wandte sich Price auch wieder dem Theater zu, wo er u. a. in Stücken William Shakespeares brillierte. 1958 erschien als Klassiker des Sciencefictionfilms The Fly (Die Fliege) von Kurt Neumann, dem mit The Return of the Fly (1959; Die Rückkehr der Fliege) eine Fortsetzung folgte.
Price’ ausgeprägte Physiognomie und seine ausdrucksstarke Stimme prädestinierten ihn verstärkt für diabolisch-wahnwitzige Rollen in Horrorfilmen, zu dessen herausragendem Vertreter er in der Folgezeit avancierte: So trat er 1957 in Irwin Allens The Story of Mankind als Teufel auf. In den sechziger Jahren folgte neben einigen drittklassigen Produktionen eine überaus fruchtbare Zusammenarbeit mit Roger Corman, in dessen genial überladenen Meisterwerken des B-Movies nach Poe-Motiven er die Figur des Bösewichts verkörperte, darunter The House of Usher (1960; Die Verfluchten), The Pit and the Pendulum (1960; Das Pendel des Todes), The Raven (1962; Der Rabe – Duell der Zauberer; mit Boris Karloff und Peter Lorre), dem Episodenfilm Poe’s Tales of Terror (1962) und The Masque of the Red Death (1964; Satanas – Das Schloß der blutigen Bestie), hier in der Rolle des grausamen Herrschers innerhalb einer schließlich von der Pest dahingerafften, dekadenten Schlossgesellschaft. Durch seine Schauspielkunst trug Price maßgeblich zu der ganz eigenen Ästhetik der Produktionen bei. Danach hatte er u. a. einen glanzvollen Auftritt als grausamer Hexenjäger in Witchfinder General (1968) von Michael Reeves. 1989 hatte er an der Seite von Dennis Hopper und Jodie Foster einen Auftritt in Backtrack, 1994 spielte er sich selbst als eigene Legende in dem Dokumentarfilm A Century of Cinema. Price starb am 25. Oktober 1993 in Sunset Hills (California).
Price trat auch als Autor mehrerer Bücher hervor, darunter die Autobiographie I Like What I Know (1959), Drawings of Delacroix (1962; über Eugène Delacroix) A Treasury of Great Recipes (1965), The Come into the Kitchen Cook Book (1969) und The Vincent Price Treasury of American Art (1972).