| Millennium: 15. Jahrhundert | Artikelansicht | ||||
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| 3. | Afrika |
Im Westen des am Mittelmeer angrenzenden Teils Afrikas hatte Tlemcen in den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts eine Zeit wirtschaftlichen Wohlstands und relativer Unabhängigkeit erlebt. Tlemcen war „Heimathafen” für viele die Sahara durchquerende Handelskarawanen. Zwar versuchten die Mariniden, die Herrscher über Marokko, in den Besitz dieser Stadt zu gelangen, aber sie scheiterten. In dieser Zeit brauchten die Mariniden alle Kräfte, um die Einheit ihres Reichs zu wahren – erhoben sich doch die Söhne, die meistens einen Gouverneursposten innehatten, gegen ihren Vater. Das Reich drohte sogar in einen nördlichen Teil mit der Hauptstadt Fès und einen südlichen Teil mit der wichtigen Handelsstadt Sidjilmasa als Zentrum zu zerfallen.
Aber als 1331 Abu-el-Hassan an die Macht kam, war diese Gefahr gebannt. Dieser Sohn einer äthiopischen Frau wurde zum größten Sultan, den die Mariniden je kannten. 1333 rief ihn der Emir von Granada gegen die Spanier zu Hilfe. Abu-el-Hassan setzte daraufhin über die Straße von Gibraltar nach Spanien über und eroberte Algeciras für den Emir. Zurück in seinem Reich, setzte Abu-el-Hassan seine Eroberungspolitik nach Osten hin fort. 1337 eroberte er Tlemcen und verleibte es seinem Reich ein. Mit den tunesischen Hafsiden, die mehr oder weniger von den Mariniden abhängig waren, rüstete Abu-el-Hassan dann eine Kriegsflotte gegen Spanien aus. 1340 wurden die Spanier bei Gibraltar geschlagen. Damit hatten sich die Hoffnungen der Spanier, das von 1229 bis 1309 in ihrem Besitz befindliche Ceuta (auf der afrikanischen Seite der Straße von Gibraltar) zurückerobern zu können, zunächst einmal zerschlagen. Abu-el-Hassan setzte seine Politik fort: 1347 nahm er den Hafsiden Bejaia, Constantina und Tunis ab. Zu diesem Zeitpunkt hatte er den Gipfel seiner Macht erreicht und sich nicht nur Einnahmen aus dem sehr gewinnträchtigen Handel mit den Gebieten südlich der Sahara (er beherrschte alle Hafenorte, die für diesen Handel eine Rolle spielten), sondern auch Einnahmen aus dem westlichen Mittelmeerraum gesichert.
Doch auch Abu-el-Hassan traf das Schicksal seiner Vorgänger. Sein Sohn Abu Inan, der zum Gouverneur von Tlemcen ernannt worden war, erhob sich gegen seinen Vater. Während der Vater vergeblich versuchte, die aufständischen Hilali-Araber zu unterwerfen, zog Abu Inan nach Fès und rief sich dort zum Sultan aus. Tlemcen nutzte die Gunst der Stunde, um die Herrschaft der Mariniden abzuschütteln. Schließlich kam es 1350 zu einer Schlacht zwischen den Streitkräften des Vaters und des Sohns. Dabei erlitt Abu-el-Hassan eine vernichtende Niederlage. Von den Gefolgsleuten seines Sohns davongejagt, flüchtet er in die Berge des Hohen Atlas, wo er 1351 starb. Abu Inan versuchte, die Politik seines Vaters nachzuahmen und Tlemcen und die übrigen aufständischen Städte und Gebiete unter seine Herrschaft zu bringen. Aber der Widerstand gegen die Mariniden-Herrschaft war sehr groß, und 1358 zog sich Abu Inan krank nach Fès zurück. Dort wurde er von einem seiner Minister ermordet.
Nach Abu Inan versank das Mariniden-Reich in Anarchie. Von den 17 Sultanen, die bis 1465 nominell regiert hatten, wurden sieben ermordet und fünf abgesetzt. Nur in fünf Fällen endete die Herrschaft mit dem natürlichen Tod des Sultans. In Marokko übernahm bereits 1427 die Wattasiden-Dynastie faktisch die Macht. Die Wattasiden mussten ständig vor den Portugiesen auf der Hut sein und die Angriffe auf Ceuta und Tanger abwehren. Aber 1471 konnten die Portugiesen die am Atlantik gelegenen Küstenstädte Tanger, Asilah und Larache schließlich doch in ihren Besitz bringen. In Tlemcen nahmen die Abdalwadiden wieder ihre alte Stellung ein. Aber durch die fortwährenden Kriege mit Fès kam diese Stadt nicht mehr zu ihrer früheren Blüte.
Anders erging es den Hafsiden, die in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts von ihrer Hauptstadt Kairouan aus ihre verlorenen Städte an der algerischen Küste zurückerobern konnten. Unter ihrer Herrschaft entwickelte sich Tunis zum wichtigsten Handelszentrum im Nordwesten Afrikas. 1353 wurde ein Handelsabkommen mit Pisa geschlossen. Dadurch erhielt der italienische Stadtstaat das Recht, einen so genannten funduk zu errichten: ein Gebäude, in dem ein Konsul seinen Sitz hatte und in dem außerdem ein Hotel, ein Lagerhaus und ein Laden untergebracht waren. Auch eine Kirche bzw. Kapelle für die christlichen Kaufleute war damit verbunden. Im 14. und 15. Jahrhundert waren die wichtigsten Handelspartner von Tunis im Mittelmeerraum Venedig, Florenz, Genua, Pisa und Marseille. Aber auch die Kaufleute aus Alexandria, Konstantinopel, Zypern, Rhodos, Kalabrien, Sizilien, Sevilla, Sète und Nîmes hatten in Tunis ihre Niederlassungen und Vertreter.
In das Hafsiden-Reich zog es auch die muslimischen Flüchtlinge aus Andalusien und Granada, die ihre besonderen Kenntnisse und Fertigkeiten mitbrachten. Einige von ihnen sannen auf Rache an den Christen, die sie aus ihrem Land vertrieben hatten. Sie bildeten mit allerlei Abenteurern eine Organisation, die sich durch Seeräuberei hervortat. Insbesondere hatten sie es auf christliche Schiffe abgesehen. Bejaia wurde zum Zentrum dieser Piratentätigkeit. 1390 versuchte eine französisch-genuesische Expedition, dieses „Seeräubernest” auszuheben. Aber die Expedition wurde von der Hafsiden-Flotte zurückgeschlagen.
Unter dem toleranten Hafsiden-Herrscher Abu Faris (1393-1433) herrschte in diesem Gebiet dann Ruhe und Frieden. In Tunis durften Juden und Christen ihr Gewerbe ausüben. Und obwohl die Handelsschifffahrt wegen der Seeräuberei mit Risiken verbunden war, gab es einen lebhaften Handel mit sehr vielen verschiedenen Waren. Ausgeführt wurden u. a. Trockenobst, Datteln, Olivenöl, gesalzener Fisch, Salz, Zucker, Pferde, Wolle, Leder, Tierhäute, Korallen, Gerbstoff und Sklaven. Nach Tunis eingeführt wurden Getreide, Alaun, Parfüm, Farbstoffe, Falken und Jagdvögel, Glas, Papier, Metall, Gold, Silber und Juwelen. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entwickelte sich Tunis unter dem Hafsiden Abu Omar Osman (1435-1487) aber wieder mehr und mehr zu einem Zentrum der Piraten. Das Gleiche galt für Bejaia und Bizerta. Auf kulturellem Gebiet spielte sich im 15. Jahrhundert im Nordwesten Afrikas wenig ab. Das 14. Jahrhundert hatte allerdings zwei Gelehrte von Weltruf hervorgebracht: den Geographen Ibn Battuta (1304 bis ca. 1369), der eine Beschreibung seiner Reisen insbesondere in die südlich der Sahara gelegenen Gebiete Afrikas und seiner Reisen in Asien (bis nach China) hinterließ, sowie den Geschichtswissenschaftler Ibn Chaldun (geboren in Tunis 1332 und gestorben in Kairo 1406), der in dem Einführungsband (Muqaddama) zu seinem großen Werk über die Geschichte der Araber, Perser und Berber eine allgemeine Theorie über politische und gesellschaftliche Entwicklungen in der Welt darlegte.
In der östlichsten Mittelmeerregion Afrikas, in Ägypten, hatten im 14. und 15. Jahrhundert die Mamelucken-Sultane die Macht inne. Diese von Sklaven abstammenden Herrscher gingen aus einer Militärkaste hervor, die das Land regierte und ausbeutete. Der relative Wohlstand, den Ägypten in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts kannte, galt nicht für die Bauern, die zu Sklaven ihrer Gutsherren (die Militärs waren) geworden waren. Zur Zeit des Mamelucken-Sultans al-Nasir Muhammad (1310-1341) war Ägypten die wichtigste Macht im Nahen Osten. Aragón, der Vatikan, der Sultan von Delhi, Äthiopien und Mali hatten Botschafter in Ägypten. Die Karimi (Kaufleute und Bankiers), die als einzige Gruppe neben den Militärs Einfluss hatten, nutzten ein weit verzweigtes Handelsnetz, das sich von den Küsten des Indischen Ozeans bis nach Indonesien und Südchina erstreckte. Sie waren auch in Äthiopien, Nubien und im Westen des Sudan aktiv. Der wichtigste Mittelmeerhafen war Alexandria, wo Kaufleute u. a. aus Venedig, Genua, Florenz, Marseille und Barcelona Handel trieben. Dieser Handelsverkehr wurde vertraglich geregelt.
In der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde auch Ägypten vom „schwarzen Tod”, der Pest, heimgesucht (1348-1355). Dieser Seuche fielen vor allem in Kairo sehr viele Menschen zum Opfer. Es folgte eine Hungersnot, und der Anfang des 15. Jahrhunderts wurde zu einer Zeit politischer und wirtschaftlicher Krisen. Verheerend war schließlich die Herrschaft des Sultans Barsbai (1422-1438), der für die zunehmende Münzverschlechterung verantwortlich war und der Bevölkerung immer drückendere Steuern auferlegte, um den Militärapparat finanzieren zu können. 1429 erhielt die Wirtschaft Ägyptens durch die Einführung eines Staatsmonopols auf den Handel mit Gewürzen (insbesondere Pfeffer) den Todesstoß. Die Karimi, von denen der Wohlstand des Mamelucken-Reichs abhing, verließen nach und nach Ägypten und wanderten hauptsächlich nach Indien ab. Da die Proteste der europäischen Händler kein Gehör fanden, sahen sich diese Händler veranlasst, die Gewürze in den Anbaugebieten selbst zu holen. Für Ägypten brach eine Zeit des Verfalls an.
Mali, der Staat des Mande-Volks, der sich von dem Gebiet am Oberlauf des Niger bis zum Atlantik erstreckte, hatte im 14. Jahrhundert unter Kankan Mansa Musa (1312-1337) ein goldenes Zeitalter erlebt. Alle Völker in diesem Reich, das sich über eine Fläche von gut zwei Millionen Quadratkilometern erstreckte, erkannten damals die Herrschaft des Mansa (Herrscher) an. 1324 unternahm Mansa Musa die Pilgerfahrt nach Mekka (siehe Hadsch). Der Prunk und die Pracht, die sich beim Einzug seiner riesigen Karawane in Kairo darboten, hinterließen einen tiefen Eindruck. Musa gab in Kairo so viel reines Gold aus, dass der Wert der Goldwährung (Dinar) nach seiner Abreise um 20 Prozent gefallen war. Auf dem Rückweg zeigte sich, dass der Mansa so viel ausgegeben hatte, dass er Schulden machen musste. Seine Gläubiger reisten ihm nach und wurden reichlich zufrieden gestellt.
Die Folge war ein regelmäßiger Handelsverkehr zwischen Mali und Ägypten. Aus Mali ausgeführt wurden insbesondere Gold und Sklaven, während in Mali junge türkische und äthiopische Sklavinnen sowie türkische Eunuchen für die Harems der Mande-Führungsschicht sehr gefragt waren. Der Sklavenhandel fand also in beiden Richtungen statt. Der Maghreb blieb Malis wichtigster Handelspartner. Als der Marinide Abu-el-Hassan Tlemcen unterworfen hatte, schickte ihm der Mansa eine Glückwunschbotschaft. Der Goldreichtum Malis zog nicht nur Händler an, sondern auch muslimische Lehrer und Handwerker sowohl aus Fès (Mariniden-Reich) als auch aus Kairo (Mamelucken-Reich). In dieser Zeit wurde Timbuktu zu einem kulturellen Zentrum. Die am Rande der Sahara gelegene Stadt war ursprünglich eine von den Tuareg gegründete Handelsniederlassung. Timbuktu hatte den Vorteil, nicht weit vom Niger entfernt zu liegen, der Transportmöglichkeiten auf dem Wasserweg bot, und entwickelte sich zu einer wichtigen Handelsstadt, die neben Walata das Zentrum für den Handel mit den Gebieten jenseits der Sahara wurde. Mansa Musa hatte in Timbuktu einen seiner Paläste und ließ dort von einem andalusischen Architekten eine große Freitagsmoschee bauen.
Nach der Regierungszeit Mansa Musas litt Mali für kurze Zeit unter einer Misswirtschaft. Den Mossi, die sich inzwischen südlich von Mali in der Obervolta-Region zu Staaten organisiert hatten, eröffnete sich die Möglichkeit, Überraschungsangriffe auf die reichen Saharahäfen durchzuführen. 1338 plünderten sie Timbuktu. Unter Mansa Sulaiman (1341-1360) erlangte das Mali-Reich noch einmal seine einstige Größe, aber im 15. Jahrhundert verlor es allmählich seine Vorherrschaft in Westafrika. Die Schwäche der Regierung bestand darin, dass es keine feste Regeln für die Nachfolge gab. Deshalb kam es jedes Mal zu Kämpfen um die Nachfolge, und Unabhängigkeitsbewegungen nutzten diesen Umstand aus.
So übernahmen die Tuareg unter ihrem Führer Akil 1433 die Macht in Timbuktu. Am Oberlauf des Niger machte sich Songhai, mit Gao als Zentrum, unabhängig. Die endgültige Abspaltung erfolgte 1473 durch Sonni Ali den Großen (1464-1492). Dieser Songhai-Fürst verstand es, ein Reich aufzubauen, das sowohl den Handelsverkehr über den Niger als auch den Handelsverkehr zur Sahara beherrschte. 1468 verjagte er die Tuareg aus Timbuktu, und 1473 nahm er die Mali-Stadt Djenné ein. Die Angriffe der Mossi in den Jahren 1469 bis 1470 und von 1477 bis 1483 konnte er zurückschlagen. Eben noch sahen die Mossi die Möglichkeit, Walata zu bedrohen, als Sonni Ali zum Gegenangriff überging und 1488 den Mossi-Staat Gurma eroberte. Danach festigte sich die Macht des Königreichs Songhai im gesamten Gebiet des Oberlaufs des Niger.
Im Gebiet um den Tschadsee zerfiel in der Mitte des 14. Jahrhunderts das ausgedehnte Kanem-Reich infolge von dynastischen Auseinandersetzungen. Die Tubu und Bulala verjagten schließlich den Sultan von Kanem, der nach Westen flüchtete, wo er das neue Königreich Bornu gründete. Durch Bürgerkriege und umherziehende räuberische Stämme wurde das gesamte Tschad-Gebiet unsicher. Der König von Bornu beschwerte sich 1391 beim ägyptischen Mamelucken-Sultan, dass seine Untertanen von Arabern überfallen und in Kairo als Sklaven verkauft würden. Flüchtlinge aus Bornu ließen sich in den Haussa-Staaten (im Norden Nigerias) nieder, die auch von Händlern aus Mali, den Wangara, besucht wurden. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts begann dort der Handel mit Kola, einer Nuss, die aus Gonja (im Norden Ghanas) importiert wurde. Kano wurde zum stärksten Haussa-Staat. Unter seinem Herrscher Kanajeji (1390-1410) begann die Islamisierung, und es wurden neue Kampfmethoden eingeführt. Die Reiterei wurde zum Herzstück des Heers. Den Pferden hängte man wattierte Panzerungen um, ebenso wie den Reitern, die Helme aus Eisen trugen. Unter Muhammad Rumfa (1463-1499) kam Kano zu großer Blüte. Muhammad Rumfa führte elf Jahre lang Krieg mit Katsina um die Oberhoheit im Haussa-Gebiet. In Sachen Regierungsführung wurde er von Muhammad al-Magili, einem Gelehrten aus Tlemcen, beraten. Dieser gründete eine Islamschule in Kano.
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts war Benin (nordöstlich des Nigerdeltas) eine große, mit einer Mauer umgebene Stadt und ein politisches Zentrum des südlichen Nigeria. Von Ife aus (Reich der Oyo) wurde die Kunst des Bronzegießens nach dem Wachsausschmelzverfahren eingeführt. Im 15. Jahrhundert erreichte in Benin das Bronzegießen einen außerordentlich hohen Perfektionsgrad. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts spaltete sich das im Nigerdelta gelegene Warri von Benin ab. Die Ga wanderten aus Benin aus und siedelten sich in und um Accra an. Zur gleichen Zeit ließen sich die Akan-Völker in Ghana nieder und bildeten dort Kleinstaaten.
In Ostafrika erlebte Äthiopien unter der Herrschaft von Amda Siyon (1314-1344) eine Zeit großer Blüte. Dieser Herrscher stellte die Einheit dieses christlichen Königreichs wieder her, protestierte in Kairo gegen die Verfolgung der Kopten und drohte den Mamelucken mit Absperrung des Nil, der Lebensader Ägyptens. Die benachbarten muslimischen Kleinstaaten und insbesondere Ifat hatte er unter seine Herrschaft gebracht. Im Lauf des 15. Jahrhunderts konnten die Muslime aber wieder die Unabhängigkeit von Äthiopien erringen. An der Küste des Indischen Ozeans blühten die arabischen Handelskolonien. Kilwa spielte dabei seit dem 14. Jahrhundert eine führende Rolle. Es beherrschte den Handel mit Sofala und unterhielt Handelsbeziehungen mit den Regionen am Indischen Ozean bis hin nach China. Sowohl Kilwa als auch Sansibar und Mogadishu prägten eigene Münzen. An der Küste entstand aus Bantu-Dialekten, vermischt mit Arabisch, die Verkehrssprache Swahili. Im Landesinneren bildeten sich im 15. Jahrhundert sowohl im Gebiet zwischen den großen Seen als auch weiter südlich Bantu-Staaten. Dort im Süden wurde vom Rozvi-König Mutota aus dem Clan der Karanga der bedeutendste Staat gegründet. Dieser nahm den Titel Mwene Mutapa (Monomotapa) an und baute auf der Hochebene südlich des Sambesi ein Reich auf.
Im 15. Jahrhundert kamen die Portugiesen mit der afrikanischen Kunst in Berührung. 1471 landeten João de Santarem und Pedro de Escobar bei Elmina an der Küste Ghanas und entdeckten das guineische Gold. Infolgedessen entstand in Elmina 1482 ein von Diego de Azambuja errichtetes portugiesisches Fort. Im selben Jahr begegnete Diego Cam an der Mündung des Kongo dem Bantu-Herrscher über dieses Gebiet, dem Manikongo. Es entstanden Handels- und kulturelle Beziehungen zwischen dem Kongo-Reich und Portugal. Für das Küstengebiet Afrikas schien eine neue Zeit angebrochen zu sein.