Pilze
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Pilze
3. Fortpflanzung

Pilze pflanzen sich durch Sporen fort, kleine zytoplasmahaltige Zellen, die von einer festen Wand umschlossen sind. Die Sporen werden entweder geschlechtlich durch Verschmelzung von zwei oder mehr Zellkernen gebildet oder auf ungeschlechtliche Weise durch Abschnürung der Sporen an den Enden bestimmter Hyphen. Eine dritte Möglichkeit besteht im Zerfall von Hyphen in kurze Segmente, die sich dann selbständig weiterentwickeln.

1. Geschlechtliche Vermehrung

Die geschlechtliche Bildung von Sporen findet innerhalb spezieller Einzelzellen oder Zellgruppen statt, die sich bei der Mehrzahl der Pilze in den so genannten Fruchtkörpern befinden. Der Fruchtkörper eines normalen Hutpilzes kann dabei über zwölf Millionen Sporen bilden. Den Rekord als fruchtbarstes Lebewesen der Erde hält der Riesenbovist, dessen kugelförmiger Fruchtkörper etwa acht Billionen Sporen enthält.

Man unterscheidet vier Haupttypen von Sporen – Oosporen, Zygosporen, Ascosporen und Basidiosporen –, die kennzeichnend für die vier Hauptgruppen der Pilze sind (siehe unten: Systematik) und jeweils in charakteristischen Sporenbehältern, den Sporangien, gebildet werden. Oosporen entstehen durch geschlechtliche Vereinigung einer als plus und einer als minus bezeichneten Zelle (die Bezeichnungen männlich und weiblich sind in der Mykologie nicht üblich). Zygosporen bilden sich durch Verschmelzung zweier vielkerniger Abschnitte an den Enden spezieller Hyphen. Für die beiden am höchsten entwickelten Pilzgruppen, Schlauchpilze (Ascomyceten) und Ständerpilze (Basidiomyceten), sind Sporentypen charakteristisch, die in häufig auffälligen und mehr oder weniger großen Fruchtkörpern gebildet werden – im Gegensatz zu den unscheinbaren, fruchtenden Gebilden bei den anderen Pilzgruppen. Die Ascosporen der Ascomyceten werden in schlauchartigen Hyphen (so genannten Asci) gebildet und sind darin meist zu acht enthalten; die Basidiosporen der Basidiomyceten formen sich dagegen als Ausstülpungen an kleinen Stielchen schlauch- oder blasenförmiger bzw. zylindrischer Gebilde, den Ständern oder Basidien.

2. Ungeschlechtliche Vermehrung

Während die geschlechtliche Sporenbildung eine Kernverschmelzung und damit eine Vermischung des Erbguts der beiden Kerne voraussetzt, ist dies für die ungeschlechtliche Fortpflanzung nicht erforderlich. Auch hierbei werden verschiedene Sporenformen unterschieden, die jeweils für bestimmte, verwandte Gruppen typisch sind. Die wichtigsten sind Oidien, Konidien und Sporangiosporen; für jede Sporenart ist eine bestimmte Bildungsweise und das Auftreten in einem bestimmten Fortpflanzungsstadium charakteristisch. Die meisten Pilze produzieren Sporen sowohl auf geschlechtliche als auch auf ungeschlechtliche Weise; bei der Gruppe der Deuteromyceten (siehe unten: Systematik) ist dagegen nur eine ungeschlechtliche Bildung zu beobachten. Da hier keine Fruchtkörper erzeugt werden, ist die systematische Einteilung dieser Pilze sehr schwierig.

3. Sporenverbreitung

Die Sporen werden teilweise aktiv durch Ausschleudern verbreitet (was nur über sehr kurze Strecken möglich ist), hauptsächlich jedoch passiv durch den Wind, durch fließendes Wasser oder vorbeistreifende Tiere. Auch wenn Tiere Pilze fressen, werden die widerstandsfähigen Sporen verbreitet, weil diese nach der Verdauung ausgeschieden werden. Wenn die Umweltbedingungen günstig sind, keimen die Sporen mit einem kleinen Keimschlauch aus und wachsen zu einem neuen Pilz heran.