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Goldwährung

Goldwährung, in der Volkswirtschaft ein Währungssystem, innerhalb dessen alle Arten von gesetzlichen Zahlungsmitteln auf Verlangen in eine gesetzlich vorgeschriebene Menge Feingold umgetauscht werden können.

Bis zum 19. Jahrhundert hatten die meisten Länder der Welt Währungssysteme auf der Grundlage des Bimetallismus. Der verbreitete Übergang zur Goldwährung im Verlauf der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war zum größten Teil das Ergebnis der industriellen Revolution, die eine starke Zunahme der Güterproduktion mit sich brachte und die Grundlage für den Welthandel erweiterte. Die Länder, die zur Goldwährung wechselten, hatten drei grundlegende Ziele: (1) Sie wollten die Abwicklung internationaler Handels- und Finanztransaktionen erleichtern, (2) stabile Wechselkurse gegenüber ausländischen Devisen erzielen und (3) die inländische Währung stabil halten. Sie glaubten diese Ziele am besten zu erreichen durch einen einheitlichen Währungsstandard von weltweiter Gültigkeit und relativer Stabilität. Daher wird die Goldwährung manchmal auch einheitliche Goldwährung oder Goldstandard genannt.

Als erstes Land führte Großbritannien 1816 die Goldwährung ein. Im Deutschen Reich wurde sie 1873 eingeführt, und die meisten anderen Länder folgten dann bis zum Jahr 1900. Nach dem 1. Weltkrieg kam es zum Zusammenbruch der Goldwährung. Es folgte eine Phase der Wiederbelebung in den zwanziger Jahren, die bis zum großen Börsenzusammenbruch an der Wall Street 1929 dauerte (siehe Wall Street Crash). Auf den Schwarzen Freitag folgte dann die Weltwirtschaftskrise. Aufgrund des erneuten Zusammenbruchs des Goldwährungssystems schafften zuerst Großbritannien 1931 und die USA 1933 die Goldwährung ab. Hinter diesem Schritt stand die Annahme, dass die Exporte eines Landes durch Währungsabwertung angeregt werden könnten.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde eine modifizierte Golddevisenwährung durch das Abkommen von Bretton Woods geschaffen. Bis zum 15. August 1971 verpflichtete sich die USA, Dollar zu einem bestimmten Preis in Gold umzutauschen. Im Jahr 1975 spielte Gold noch eine geringere Rolle, als die amerikanische Regierung einen Teil ihrer Goldreserven am offenen Markt verkaufte und so das Gold eher als Ware und nicht mehr als Standard im internationalen Währungssystem behandelte. Bis zum Ende des Jahrzehnts war keine große Währung mehr in Gold einlösbar. Allein die Schweiz, die 1954 die Konvertierbarkeit des Schweizer Franken in Gold abschaffte, besteht noch darauf, dass ein gewisser Teil ihrer Währung durch Gold gedeckt ist.